Hasselfeldt verteidigt Einigung der Koalition über Lohngleichheit

Freitag, 07.10.2016 10:53 von

BERLIN (dpa-AFX) - CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt hat die Einigung der Koalition zur Lohngleichheit von Frauen und Männern gegen Kritik aus den eigenen Reihen verteidigt. Es habe ein Kompromiss gefunden werden müssen, der Aspekte wie Transparenz und bürokratischen Mehraufwand unter einen Hut bringt, sagte Hasselfeldt am Freitag im Deutschlandfunk. Sie betonte, Lohngleichheit könne nicht allein durch ein Gesetz geregelt werden. Frauen müssten selbstbewusst verhandeln und in gut bezahlte Berufe gehen.

Widerstand gegen den Kompromiss hatte der Wirtschaftsflügel der Unionsfraktion angekündigt. "Das darf so im Bundestag nicht beschlossen werden", sagte der CDU-Abgeordnete Christian von Stetten der "Bild"-Zeitung (Freitag). Im Koalitionsvertrag sei ein Auskunftsanspruch für Unternehmen ab 500 Mitarbeitern vereinbart.

Dem Kompromiss der Koalitionsspitzen zufolge sollen Unternehmen ab 200 Beschäftigten verpflichtet werden, Arbeitnehmer auf Nachfrage über ungleiche Bezahlung für gleiche Arbeit zu informieren. Unternehmen ab 500 Beschäftigten müssen demnach auf gleiche Bezahlung hinarbeiten und darüber berichten.

Die parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen im Bundestag, Britta Haßelmann, sprach von einem "Schrittchen" auf dem Weg zur Lohngleichheit. "Wenn Entgeltgleichheit, dann muss sie doch für alle Frauen gelten können", sagte sie am Freitag im Deutschlandfunk./wim/DP/stb