Haldex ringt sich zu Empfehlung für Knorr durch

Dienstag, 08.11.2016 10:40 von

Wochenlang rangen ZF Friedrichshafen und Knorr Bremse um den schwedischen Lkw-Bremsenspezialisten Haldex – bis ZF Friedrichshafen den Kampf aufgab. Nun rät Haldex seinen Aktionären, die Knorr-Offerte anzunehmen.

Die Führung des schwedischen Lkw-Bremsenspezialisten Haldex hat ihren Widerstand gegen eine Übernahme durch den deutschen Rivalen Knorr-Bremse aufgegeben. Der Aufsichtsrat von Haldex riet den Aktionären am Dienstag, die Offerte von 125 Kronen je Aktie anzunehmen. Allerdings sei das Angebot nur unter der Voraussetzung zu empfehlen, dass die Kartellbehörden der Übernahme zustimmten. Nach Ansicht des Aufsichtsrates von Haldex besteht das Risiko von einschneidenden Auflagen der Wettbewerbsaufsicht weiter. Deshalb hatten Aufseher wie Manager des Unternehmens den Plan von Knorr zunächst abgelehnt und sich für das Kaufgebot von ZF Friedrichshafen ausgesprochen, obwohl dies bei nur 120 Kronen lag.

Ihre Vorbehalte gegen ein Zusammengehen mit Knorr unterstrichen auch die Arbeitnehmervertreter von Haldex in einer Zusatzerklärung: „Knorr-Bremse ist ein wichtiger Konkurrent von Haldex – es ist nicht unwahrscheinlich, dass sich eine Integration der beiden Unternehmen negativ auf das Geschäft und die Mitarbeiter von Haldex auswirkt.”

Der Münchner Bremsenhersteller hatte den Stiftungskonzern ZF aus dem Feld geschlagen, nachdem dieser Haldex wiederum dem ersten Bieter SAF-Holland vor der Nase wegschnappen wollte. ZF scheiterte an der Annahmeschwelle von mehr als 50 Prozent und zog seine Offerte vor einem Monat zurück. Mit gut 21 Prozent sind die Friedrichshafener aber größter Aktionär von Haldex.

Der schwedische Spezialist für Anhänger-Bremsen ist so umkämpft, weil die deutschen Zulieferer um die führende Stellung als Anbieter von Bremssystemen für autonom fahrende Nutzfahrzeuge ringen. Das Angebot von Knorr, die bisher gut elf Prozent von Haldex besitzen, läuft noch bis 5. Dezember. Zum Preis von 125 Kronen je Aktie ist das Unternehmen mit umgerechnet rund 560 Millionen Euro bewertet.

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