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Gute Zahlen reichen nicht: Ebay enttäuscht mit Gewinnprognose

Donnerstag, 20.04.2017 10:01 von Svenja Thiel

Der Geschäftsausblick von Ebay enttäuscht.
Der Geschäftsausblick von Ebay enttäuscht. - © pixabay.com / 27707
Ebay konnte im ersten Quartal Umsatz und Nutzerzahl zwar steigern, steckte beim Gewinn jedoch zurück. Der Geschäftsausblick sorgte an der Börse für Ernüchterung.

Ebay konnte seinen Umsatz im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2017 weiter steigern, wie das das Unternehmen am Mittwoch nach US-Börsenschluss in San Jose mitteilte. Gleichzeitig nahm die Online-Handelsplattform wegen hoher Investitionen auch weniger Gewinn in Kauf. Der Geschäftsausblick enttäuschte indes die Anleger: Die Aktie geriet nachbörslich unter Druck.

Mehr Umsatz und mehr Nutzer

Der Umsatz wuchs im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um vier Prozent auf 2,2 Milliarden US-Dollar an und auch der Überschuss aus dem fortgeführten Geschäft konnte dank einer Steuergutschrift auf eine Milliarde Dollar verdoppelt werden. Der bereinigte Gewinn ging allerdings verglichen mit dem Vorjahreswert um zwei Prozent auf 538 Millionen US-Dollar zurück. Das Gross Merchandise Volume, die umgesetzte Geldsumme auf einer Handelsplattform, legte im abgelaufenen Quartal um rund zwei Prozent auf 20,95 Milliarden US-Dollar zu. Auf Marketplace-Plattformen wurden dabei Transaktionen in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar abgewickelt. Hier erzielte Ebay außerdem einen Umsatz von 1,8 Milliarden US-Dollar. Auf dem Ticket-Marktplatz SubHub wurden Transaktionen im Wert von 916 Millionen US-Dollar abgewickelt. Der Umsatz lag hier bei 210 Millionen US-Dollar. Ebay konnte im ersten Quartal zudem seine Nutzerzahl deutlich steigern: Die Anzahl der Nutzer wuchs im ersten Vierteljahr 2017 um zwei Millionen neue Nutzer auf insgesamt 169 Millionen an.

Höhere Ausgaben

Für das laufende Quartal stellt Ebay einen Umsatz zwischen 2,28 und 2,32 Milliarden US-Dollar in Aussicht sowie einen Netto-Gewinn zwischen 43 und 45 US-Cent je Aktie. Im Gesamtjahr solle der Umsatz zwischen sechs und acht Prozent auf 9,3 bis 9,5 Milliarden US-Dollar steigen. Der Online-Händler muss sich neu ausrichten, da das Unternehmen nicht mehr auf die ehemalige, schnell wachsende Tochter PayPal zählen kann. Der Bezahldienst ist inzwischen ein eigenständiges Unternehmen. Hinzu kommen außerdem der wachsende Konkurrenzdruck von Amazon sowie die zunehmende Online-Ausrichtung klassischer Einzelhändler. Ebay investiert deshalb viel: Im abgelaufenen Quartal steckte Ebay 278 Millionen US-Dollar in die Entwicklung neuer Produkte, 16 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. 562 Millionen Dollar flossen in Marketing-Investitionen und damit 4,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. „Das erste Quartal war ein starker Einstieg ins Jahr mit beschleunigtem Wachstum bei aktiven Käufern, Umsatz und dem Kern unseres US-Geschäfts,“ sagte Ebay-Chef Devin Wenig. 

Aktie unter Druck

Die Quartalszahlen übertrafen im Großen und Ganzen zwar die Erwartungen der Analysten, die Aktie geriet nachbörslich dennoch unter Druck. Anleger hatten sich offenbar einen etwas optimistischeren Geschäftsausblick und mehr Gewinn erhofft. Die Aktie gab deutlich nach und notierte am Donnerstag zuletzt auf der Tradegate-Handelsplattform mit 2,94 Prozent im Minus bei 30,70 Euro je Aktie.