Grüne Tochter provoziert RWE

Donnerstag, 15.09.2016 15:00 von

Innogy, die neue „grüne“ Tochtergesellschaft von RWE (RWE Vz Aktie), will sich mit einer aufwändigen Werbekampagne vom Mutterkonzern emanzipieren. Ein spezieller Slogan ist aber fast schon zynisch – und bringt Klimaschützer in Rage.Der Slogan ist pointiert, die Platzierung aber suboptimal. Wer im Düsseldorfer Flughafen im Terminal A die Sicherheitsschleuse passiert, wird von einem ebenso großflächigen wie knalligen Plakat begrüßt: „Rheinland wird Reinland“, steht da mit weißer Schrift auf rotem Grund – und „Energie wird Innogy“. Die neue Gesellschaft, in die der Energiekonzern RWE sein Geschäft mit der Energiewende gebündelt hat, stellt klar: Die Energiewelt wird grün – und Innogy mischt mit.Mutiger wäre das Plakat vor drei Wochen in Lützerath platziert gewesen, rund 50 Kilometer südwestlich vom Düsseldorfer Flughafen. In der kleinen Gemeinde in der Nähe von Erkelenz trafen sich Umweltaktivisten aus dem ganzen Bundesgebiet zum „Klimacamp im Rheinland“. Jahr für Jahr demonstrieren sie an der Grenze des gewaltigen Tagebaus Garzweiler für einen Stopp der Braunkohle-Förderung. Zu gerne würden die engagierten Klimaschützer das Rheinland zum „Reinland“ machen. Für sie ist die Braunkohle der Klimakiller Nummer eins.Vermutlich hätten die Klimaschützer den Slogan  aber wohl eher als Hohn empfunden. Innogy wird auch nach dem in wenigen Wochen geplanten Börsengang schließlich noch mehrheitlich RWE gehören. Der Energieversorger betreibt den Braunkohletagebau in Garzweiler, ist Europas größter Emittent des klimaschädlichen Kohlendioxid und wehrt sich seit Jahren verzweifelt gegen ein rasches Ende der Braunkohleförderung.

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