Grüne fordern Öko-Anlagestrategie des Bundes

Mittwoch, 14.09.2016 06:18 von

BERLIN (dpa-AFX) - Die Grünen haben die Bundesregierung aufgefordert, Kriterien für eine ethische und ökologische Anlage öffentlicher Gelder auszuarbeiten. Das mache es Bund, Ländern und Kommunen leichter, sich aus CO2-intensiven Investitionen zurückzuziehen, sagte Umweltpolitikerin Bärbel Höhn der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Eine Anfrage der Grünen-Fraktion im Bundestag hatte ergeben, dass 0,7 Prozent der Versorgungsrücklagen des Bunds in Aktien von Unternehmen stecken, die ihr Geld mit Kohle, Öl (Rohöl) und Gas verdienen.

So machen die Anteilsscheine der Energiekonzerne Total und Eni (ENI Aktie) zusammen 7,1 Prozent der Aktien von drei Vorsorge- und Versorgungsfonds aus, die unter anderem künftige Pensionsansprüche absichern. Nur zehn Prozent der Gelder der Fonds dürfen in Aktien angelegt sein.

Die Anlagestrategie des Bundes richtet sich ausschließlich nach Sicherheit, Liquidität und Rendite, heißt es in der Antwort der Bundesregierung weiter. Eine darüber hinausgehende Nachhaltigkeitsstrategie werde nicht verfolgt. Diskussionen um nachhaltiges Investment würden aber "mit Interesse" verfolgt.

"Wer Energiewendeland sein will, kann nicht gleichzeitig die CO2-Verursacher finanziell stützen", sagte Höhn, die dem Umweltausschuss im Bundestag vorsitzt.

Das Finanzministerium beschäftigt sich in seinem aktuellen Monatsbericht mit Auswirkungen des Klimawandels auf Finanzmärkte. Ein Gutachten im Auftrag von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) kam zu dem Schluss, dass "ein geordneter Übergang zu klimafreundlichen Investitionen erstrebenswert" sei, um die Stabilität des deutschen Finanzmarkts zu sichern. "Ein abruptes "Divestment" aus CO2-intensiven Anlagen wäre aber mit Risiken für die Stabilität des Finanzmarkts verbunden."/ted/DP/zb