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Grammer macht Ernst mit Abwehr gegen Hastors: Chinesischer Zulieferer steigt ein

Dienstag, 14.02.2017 08:42 von

AMBERG (dpa-AFX) - Der Autozulieferer Grammer (Grammer Aktie) greift im Abwehrkampf gegen unliebsame Investoren zu scharfen Maßnahmen. Der Hersteller von Automittelkonsolen und Nutzfahrzeugsitzen gibt eine Pflichtwandelanleihe im Umfang von rund 60 Millionen Euro an den chinesischen Autozulieferer Ningbo Jifeng aus, wie das Unternehmen am Dienstag in Amberg mitteilte. Die Papiere entsprechen rund 9,2 Prozent des Grundkapitals. Die Ausgabe sei ein wesentlicher Baustein für die Gründung einer künftigen strategischen Kooperation, hieß es. Grammer hatte bereits in der Nacht zum Dienstag entsprechende Gespräche bestätigt.

Mit dem Schritt will sich das im SDax notierte Unternehmen gegen eine ungewollte Kontrollübernahme durch die in der Autobranche umstrittene bosnische Unternehmerfamilie Hastor wappnen. Diese hält über mehrere Gesellschaften nach letzten Angaben über 20 Prozent der Aktien an dem Unternehmen und forderte zuletzt die Neubesetzung des Aufsichtsrats. Zudem wollten die Investoren Grammer-Chef Hartmut Müller das Vertrauen entziehen. Laut Grammer sollen Autohersteller und wichtige Großkunden des deutschen Zulieferers die Partnerschaft mit den Chinesen unterstützen.

GRAMMER-CHEF BESORGT ÜBER KONTROLLÜBERNAHME

Müller hatte sich erst am Wochenende in einem Interview mit den Nachrichtenagenturen dpa und dpa-AFX mit Blick auf die Hauptversammlung besorgt geäußert. "Die Präsenz auf Grammer-Hauptversammlungen liegt gewöhnlich so um die 45 Prozent", sagte Müller. Deshalb sei nicht auszuschließen, "dass diese Investoren auf der Hauptversammlung die Mehrheit erreichen können". Dann aber drohten Kunden abzuspringen.

Die Hastors hatten im vergangenen August mit einem Lieferstopp ihrer Prevent-Gruppe die Bänder bei VW in Wolfsburg und Emden lahmgelegt./men/zb/fbr