Gold und Silber durch „Trumponomics“ weiterhin unter Druck

Montag, 28.11.2016 09:22 von

Stuttgart (GodmodeTrader.de) - Seit dem Tag der Präsidentschaftswahl in den USA verlor der Goldpreis somit in der Summe 7,3 Prozent und der Silberpreis 10,6 Prozent, sofern die US-Dollar-Notierung betrachtet wird. Aufgrund der Stärke der US-Währung schmilzt dieses Minus aus europäischer Sicht zwar auf 3,7 Prozent im Fall von Gold und 7,2 Prozent bei Silber zusammen, wie Thorsten Proettel, Investmentanalyst bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) im aktuellen „Commodities Weekly“ schreibt.

Die Stimmungslage an den Börsen deute jedoch an, dass der Trend zumindest kurzfristig anhalten könnte. Beispielsweise hätten die physisch besicherten Goldfonds größere Rückgaben von Anteilsscheinen verzeichnet. Sie seien deshalb gezwungen gewesen, seit dem 9. November gut 100 Tonnen Gold im Wert von rund 3,9 Milliarden US-Dollar zu veräußern. Dies dürfte die schwächere Preistendenz begünstigt haben, was wiederum neue Verkäufe durch Anleger nach sich ziehe. Außerdem habe sich in den letzten zwei Wochen eine regelrechte Erwartungseuphorie hinsichtlich der erhofften positiven Wirkungen der Präsidentschaft von Donald Trump gebildet. Vor diesem Hintergrund habe das „Krisenmetall“ Gold derzeit einen schweren Stand, heißt es weiter.

„Angesichts der anstehenden Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank Fed am 14. Dezember, auf dem ziemlich sicher eine Erhöhung des Leitzinses beschlossen wird, bleibt die US-Währung gegenüber dem Euro in den kommenden Tagen vermutlich stark. Außerdem ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Pläne von Trump die US-Konjunktur positiv beeinflussen können. Allerdings wird Trump für die US-Wirtschaft wahrscheinlich ebenso wenig ein Heilsbringer werden, wie auch der anfänglich mit Lobhudeleien und dem Friedensnobelpreis überschüttete Barack Obama nicht zu einem Messias für den Weltfrieden wurde“, so Proettel.

Grundsätzliche Probleme wie das Überangebot an menschlicher Arbeitskraft, vor allem in den Emerging Markets, brächten auch bei der besten Wirtschaftspolitik nicht alle Jobs des abgehängten ‚Rust Belts‘ in den USA zurück. Außerdem bestehe immer eine zeitliche Verzögerung zwischen dem Ergreifen einer Maßnahme und deren Wirkung. Bekanntlich fielen die Früchte der teilweise einschneidenden Reformen von Bundeskanzler Gerhard Schröder aufgrund des ‚time lags‘ erst dessen Nachfolgerin Angela Merkel in den Schoß. Möglicherweise entfalteten die Maßnahmen von Trump, der am 20. Januar 2017 vereidigt werden werde, deshalb erst 2018 ihre Wirkung, heißt es weiter.

„Gemessen am Stimmungsbild dürften die Edelmetalle und insbesondere Gold in den kommenden Tagen weiterhin angeschlagen bleiben. Die Funktion als Vermögenssicherung bleibt aber erhalten. Abgesehen hiervon könnten andere politische Einflussfaktoren bis zum Jahresende und vor allem im Jahresverlauf 2017 für einen erneuten Schwenk sorgen. Gemäß den letzten vier vor dem Verfassungsreferendum in Italien durchgeführten Umfragen liegt das Nein-Lager durchgängig in Führung“, so Proettel.