Gewerkschaft fordert Abschaffung der 'Arbeit auf Abruf'

Montag, 26.09.2016 05:21 von

BERLIN (dpa-AFX) - Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) setzt sich für die Abschaffung der vor allem in der Gastronomie verbreiteten "Arbeit auf Abruf" ein. Bis zu 1,9 Millionen Arbeitnehmer gehen nach einem Bericht der "Saarbrücker Zeitung" (Montag) einer derartigen Beschäftigung nach, bei der ihr Einsatz vom jeweiligen Bedarf abhängt. Bei vielen dieser Beschäftigungsverhältnisse würden arbeitsrechtliche Standards unterlaufen, schreibt das Blatt unter Berufung auf eine DGB-Studie.

"Bei Arbeit auf Abruf wird das wirtschaftliche Risiko der Betriebe voll auf die Beschäftigten verlagert. Damit muss Schluss sein", forderte DGB-Vorstand Annelie Buntenbach. Verlässliche und planbare Arbeitszeiten müssten gerade auch bei Teilzeitarbeit möglich sein. "Alle Beschäftigten brauchen mehr Schutz vor einseitiger betriebsbedingter Flexibilisierung", sagte Buntenbach dem Blatt.

Allein in der Gastronomie arbeiten laut DGB mindestens zwölf Prozent der Beschäftigten auf diese Weise. Geregelt werden die Jobs im Teilzeit- und Befristungsgesetz. Demnach ist der Beschäftigte zum Beispiel nur dann zur Arbeitsleistung verpflichtet, wenn der Arbeitgeber ihn mindestens vier Tage im Voraus über seinen Einsatz informiert. Laut DGB werde aber jeder Dritte erst am selben Tag kontaktiert und ein weiteres Drittel ein bis drei Tage im Voraus.

Obendrein könnten sich die Betriebe der Entgeltfortzahlung bei Krankheit und Urlaub relativ leicht entziehen, "indem sie die Arbeit an diesen Tagen einfach nicht abrufen", heiße es in der Untersuchung. Zugleich müssten Betroffene mit schwankenden und damit wenig planbaren Einkommen leben./sv/DP/zb