Probleme bei der Darstellung von ARIVA.DE?

  • Laden unsere Charts bei Ihnen nicht?
  • Wird unser Forum bei Ihnen nicht korrekt dargestellt?

Sie nutzen einen Adblocker, der hierfür verantwortlich ist. Hierauf hat ARIVA.DE leider keinen Einfluss. Bitte heben Sie die Blockierung von ARIVA.DE in Ihrem Adblocker auf.

Probleme bei der Darstellung von ARIVA.DE?

Top-Thema

14:18 Uhr
Hochtief: Bietergefecht um Abertis umstritten - DSW warnt vor Risiken

Gewerkschaft: Bahn betreibt Tarifflucht bei ihren Fernbussen

Freitag, 02.09.2016 13:30 von

NÜRNBERG (dpa-AFX) - Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat der Deutschen Bahn Lohndumping und Tarifflucht beim Betrieb der Fernbusse vorgeworfen. Die bisher von einer Bahntochter betriebene Fernbuslinie Paris-Nürnberg-Prag werde an einen anderen Anbieter ausgelagert. "Die Busse sollen nun Fahrer aus Tschechien fahren, für die der mit der EVG vereinbarte Tarifvertrag nicht gilt", kritisierte der Würzburger EVG-Geschäftsstellenleiter Harald Schmid am Freitag in Nürnberg. Dadurch seien die Arbeitsplätze der bisherigen Bahn-Busfahrer in Franken in Gefahr.

Beim 8. Eisenbahnertag der Gewerkschaft in Bayern trugen Mitglieder der EVG aus Protest einen schwarzen Sarg mit der Aufschrift "30 Arbeitsplätze des Bahnbusses sagen Servus" ins Nürnberger Volksfestzelt. Sie stellten ihn dort direkt vor Bahn-Vorstand Ronald Pofalla. Dieser sagte, er sei zwar für den Bereich Fernbusse nicht direkt zuständig. "Ich gebe Ihnen aber mein Versprechen, das Thema mit den zuständigen Vorstandsmitgliedern zu erörtern." Pofalla lud Mitglieder der EVG in die Konzernzentrale nach Berlin ein, um dort ihre Forderungen und Bedenken direkt auf Vorstandsebene vorzutragen.

"Was wir nicht wollen, sind Buslinienvergaben der Bahn an Subunternehmer", sagte der Nürnberger SPD-Bundestagsabgeordnete Martin Burkert vor knapp 400 Gästen beim Eisenbahnertag. "Die Bussparte Regionalbus Oberbayern trägt zum Beispiel sechs Millionen zum Unternehmensergebnis des Bahnkonzerns bei, da muss man nicht den letzten Cent durch Einsparungen rauspressen", meinte Burkert, der Vorsitzender des Ausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur des Bundestages ist.

Auch durch die Gründung von Tochterfirmen werde der Tarifvertrag ausgehebelt, betonte Schmid. "Mit dem Ziel der Gewinnmaximierung werden gut entlohnte Arbeitsplätze in schlechter entlohnte umgewandelt."

Ein Betriebsratsvorsitzender eines bayerischen Bahnbusunternehmens berichtete, seine Kollegen hätten Schichten mit bis zu 13 Stunden Arbeit, aber nur 9 Stunden Bezahlung. Manche hätten Zweitjobs in der Nacht und könnten sich deswegen nicht lange genug ausruhen. "Ein Fahrer eines Vieh-Transporters verdient mehr als ein Busfahrer - das kann's doch nicht sein."/rbe/DP/fbr