Gesamtmetall-Präsident fordert pragmatische China-Diskussion

Freitag, 21.10.2016 05:28 von

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Gesamtmetall-Präsident Rainer Dulger hat die Staats- und Regierungschef der EU-Staaten zu einem pragmatischen Umgang mit der Wirtschaftsmacht China aufgerufen. "Diese Nation hat viel Selbstbewusstsein. Schon auf Grund seiner schieren Größe kommt man an ihr politisch und wirtschaftlich nicht vorbei", sagte der Unternehmer, bevor am Freitag der EU-Gipfel über China debattiert.

China müsse wie vorgesehen die volle handelsrechtliche Anerkennung als Marktwirtschaft bekommen, fügte er hinzu. Das Land werde durch den gegenseitigen Abbau von Handelsschranken wirtschaftlich und auch politisch offener werden.

Die handelsrechtliche Anerkennung schließe natürlich nicht aus, dass die EU zunächst strategisch wichtige EU-Industriezweige wie die Stahlindustrie mit Hilfe von Anti-Dumping-Zöllen schütze, betonte Dulger. "Da wird ihnen kein Chinese vom Verhandlungstisch aufstehen und weglaufen", sagte der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall.

Hintergrund der Debatte beim EU-Gipfel sind neue Pläne der EU-Kommission zur Abwehr von Billigkonkurrenz aus China. Weil Abmachungen mit Peking vorsehen, dass Anti-Dumping-Zölle von Mitte Dezember an nicht mehr wie bisher berechnet werden dürfen, soll möglichst schnell ein anderes System eingeführt werden./aha/DP/stk