Top-Thema

10:17 Uhr +1,38%
Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax sprintet los - Neue Jahresbestmarke

Geplantes Steuerabkommen Deutschlands mit Panama verzögert sich

Montag, 17.10.2016 14:19 von

BERLIN (dpa-AFX) - Die Verhandlungen der Bundesregierung mit Panama über den Austausch von Steuer- und Finanzdaten dauern länger als geplant. Ursprünglich waren entsprechende bilaterale Abkommen bis zum Treffen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit dem Staatspräsidenten von Panama, Juan Carlos Varela, an diesem Dienstag in Berlin geplant. "Die Verhandlungen sind auf einem guten Weg, jedoch konnte noch keine fachliche Einigung erzielt werden", hieß es am Montag im Bundesfinanzministerium auf Anfrage.

Nach den Enthüllungen der "Panama Papers" über Tausende Briefkastenfirmen will das mittelamerikanische Land mit dem deutschen Fiskus zusammenarbeiten. Mit Abkommen zum Informationsaustausch will das Land raus aus der Schmuddelecke. Bei den geplanten Vereinbarungen geht es um ein Abkommen zum steuerlichen Informationsaustausch sowie ein Abkommen, auf dessen Grundlage Deutschland und Panama Informationen zu Finanzkonten automatisch austauschen werden.

Im April hatte die Bundesregierung erklärt, die Verhandlungen über einen bilateralen Austausch von Steuerinformationen sollten zügig wieder aufgenommen werden. Ziel sei, das Abkommen bis zum Staatsbesuch von Präsident Varela in Berlin im Oktober abzuschließen. Ein bilaterales Steuerinformationsabkommen habe schon vor drei Jahren ausformuliert vorgelegen, hieß es seinerzeit.

Das angestrebte Abkommen zum Datenaustausch mit Deutschland soll nach früheren Angaben den Gemeinsamen Berichtstandards (CRS) der Industrieländerorganisation OECD entsprechen. Anders als von der OECD angestrebt, setzt Panama auf bilaterale Abkommen. Beim automatischen multilateralen Datenaustausch könnten Informationen in die falschen Hände geraten, argumentiert die Regierung./sl/dde/DP/tos