Gefährliche Luft

Samstag, 12.11.2016 20:40 von

Indiens Hauptstadt im Ausnahmezustand: Wegen des Smog-Alarms haben Schulen in Neu Delhi geschlossen, Bauarbeiten sind verboten. Nun will Indien im Kampf gegen die Umweltverschmutzung gigantische Summen investieren.

Die extreme Luftverschmutzung bringt Indiens Hauptstadt in den Ausnahmezustand. Mehrere Tausend Schulen in Neu Delhi haben auf Anordnung der Behörden geschlossen. Bauarbeiten sind vorübergehend verboten. Ein Kohlekraftwerk musste seinen Betrieb einstellen. Diesel-Generatoren dürfen bis Freitag nicht mehr in Betrieb genommen werden. Auslöser für die Notmaßnahmen ist der rekordverdächtige Smog, der die Metropole seit Tagen in einen dichten, gesundheitsgefährdenden Nebel hüllt. „Die Menschen sollten nach Möglichkeit zuhause bleiben“, forderte Delhis Regierungschef Arvind Kejriwal am Wochenende.

Der graue Schleier über seiner Stadt steht für die dramatischen Folgen von Indiens rasant steigendem Emissionsausstoß: Kraftwerke, Autos und unkontrollierte Müllverbrennung verpesten nicht nur die Luft, sondern machen Indien auch zum drittgrößten Verursacher des klimaschädlichen Gases Kohlendioxid. Doch die Regierung von Premierminister Narendra Modi will mit einem Kraftakt die Umweltkatastrophe in dem 1,3 Milliarden Einwohner großen Land stoppen. Anbietern von Umwelttechnologie könnte sich damit ein gigantischer Absatzmarkt eröffnen.

Im Oktober ratifizierte Indien das im vergangenen Jahr in Paris ausgehandelte Klimaschutzabkommen. Modi legte einen ambitionierten Plan vor, um seinem Land den Ruf des Klimasünders zu nehmen: Bis 2030 sollen 40 Prozent des Stroms aus erneuerbaren oder anderen emissionsarmen Quellen stammen. Die Kapazität von Solar- und Windkraftwerken wird, wenn es nach Plan geht, bereits bis 2022 von zuletzt rund 43 Gigawatt auf 175 Gigawatt ansteigen. Zudem verspricht Modi, die Emissionsintensität in den kommenden anderthalb Jahrzehnten im Vergleich zu 2005 um mehr als ein Drittel abzubauen. Pro erwirtschafteter Rupie soll von Indien aus künftig demnach bis zu 35 Prozent weniger Kohlendioxid in die Atmosphäre geblasen werden als noch vor zehn Jahren.

Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.