Gabriel verteidigt Vertretung von Wirtschaftsinteressen im Iran

Donnerstag, 29.09.2016 16:34 von

BERLIN (dpa-AFX) - Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat seine Auslandsreisen in den Iran oder nach Russland mit dem Argument verteidigt, sie dienten Deutschlands Wirtschaftsinteressen. "Russland hat in Syrien eine hohe Verantwortung für das Bomben und Morden da", sagte er am Donnerstag bei einer Maschinenbaukonferenz der IG Metall in Berlin. Dort müsse ebenso wie im Iran angesprochen werden, dass Deutschland ein Interesse an der Einhaltung der Menschenrechte habe. Aber: "Wir haben auch ein Interesse an der Vertretung deutscher Interessen", betonte Gabriel mit Blick auf die Industrie. "Wir sind ein Land, das auch andere Märkte erschließen muss." Gabriel reist am Wochenende in den Iran.

China warf er indirekt unfaire Maßnahmen im internationalen Wettbewerb vor. "Industriepolitik ist auch, sich mit den nichtfairen Maßnahmen anderer Länder uns gegenüber auseinanderzusetzen", sagte Gabriel. Unfair sei es, wenn China Unternehmen im internationalen Wettbewerb durch einen Staatsfonds unterstütze oder strategisch Unternehmen in anderen Ländern kaufe.

IG-Metall-Chef Jörg Hofmann mahnte, die Konkurrenz durch China nicht zu unterschätzen. Chinesische Anbieter würden viele Angebote mit gleichen Qualitäten, aber zugleich für die Kunden einfachen Angebotskooperationen verschiedener Hersteller und Dienstleister machen. Auch die IG Metall müsse Vorschläge für mehr Angebote aus einer Hand machen./bw/DP/tos