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Gabriel mahnt Geduld bei Erneuerung der Handelsbeziehungen zu Iran an

Montag, 03.10.2016 08:09 von

TEHERAN (dpa-AFX) - Angesichts des zaghaften Fortschritts in den Wirtschaftsbeziehungen zum Iran hat Minister Sigmar Gabriel (SPD) Geduld angemahnt. "Man darf keine Wunder erwarten", sagte der Vizekanzler am Montag in der iranischen Hauptstadt Teheran. "Wenn man zehn, 15 Jahre vom Weltmarkt isoliert gelebt hat, dann gibt es nicht von jetzt auf gleich wirtschaftlichen Erfolg." Gabriel fügte an: "Politisch haben wir das Interesse, die jetzige Regierung auch zu unterstützen in ihrem Öffnungskurs." Gabriel bemüht sich in Teheran um eine Ankurbelung des Handels zwischen beiden Ländern. Er wolle aber unter anderem auch den Syrien-Krieg ansprechen, bekräftigte Gabriel.

Nach dem Atomabkommen vom 14. Juli 2015 wollen fast alle westlichen Länder mit dem Iran wieder Geschäfte machen. Von Januar bis Juli 2016 erreichte der deutsche Außenhandel mit dem Iran dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) zufolge ein Volumen von 1,5 Milliarden Euro. Das ist zwar in Jahresfrist ein Anstieg um 8 Prozent. Doch die Hoffnungen waren größer

Ein wesentlicher Grund ist: Europäische Banken schrecken vor einer Finanzierung zurück. Hintergrund sind einige US-Sanktionen, die außerhalb des Atomabkommens noch in Kraft sind. Kritiker im Iran, vor allem Hardliner, werfen Präsident Hassan Ruhani vor, versprochene Ziele des Abkommens verfehlt zu haben./seb/DP/mis