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Für weniger als 50 Prozent der Beschäftigten gelten Tarifverträge

Dienstag, 25.10.2016 09:02 von

WIESBADEN (dpa-AFX) - Weniger als die Hälfte der Arbeitnehmer in Deutschland arbeitet in einem Betrieb mit einem Branchen- oder Firmentarifvertrag. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Dienstag waren es 2014 rund 45 Prozent der Beschäftigten. Der Anteil der tarifgebundenen Betriebe lag bei knapp 15 Prozent. Zwischen den einzelnen Wirtschaftsbereichen gibt es allerdings große Unterschiede.

In der öffentlichen Verwaltung, Verteidigung und Sozialversicherung arbeiteten danach 100 Prozent der Beschäftigten nach einem Tarifvertrag. Mehr als 80 Prozent sind es in der Energieversorgung sowie Erziehung und Unterricht. Hier gelten in der Regel die Tarifverträge des öffentlichen Dienstes sowie Beamtenbesoldungsgesetze.

Die niedrigste Tarifbindung der Beschäftigten gab es in den Bereichen Land- und Forstwirtschaft, Fischerei (13 Prozent). Unterdurchschnittlich ist den Angaben zufolge auch der Anteil in weiten Teilen des Dienstleistungsbereichs, zum Beispiel im Gastgewerbe (23 Prozent).

Insgesamt ist die Tarifbindung in Westdeutschland mit 46 Prozent der Beschäftigten deutlich höher als in den neuen Ländern (39 Prozent).

Bei der Erhebung wurden erstmals auch Kleinstbetriebe mit weniger als zehn Beschäftigten befragt. Ein Vergleich mit den letzten Ergebnissen aus dem Jahr 2010 sei daher nicht möglich./mar/DP/fbr