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Frankreich warnt vor Börsenfusion

Freitag, 21.10.2016 15:40 von

Frankreich warnt vor einem Zusammenschluss von Deutscher Börse und Londoner Stock Exchange. Frankreichs Wirtschaftsminister und Finanzminister fürchten, dadurch würde in Europa ein übermächtiger Börsenkonzern entstehen.

Die Reaktionen aus Frankreich auf den geplanten Zusammenschluss von Deutscher Börse und London Stock Exchange (LSE) fielen eindeutig aus. Wirtschaftsminister Emmanuel Macron und Finanzminister Michel Sapin warnten umgehend vor der Entstehung eines übermächtigen Börsenkonzerns in Europa. „Wir werden uns dafür einsetzen, dass sich die EU-Kommission das ansieht und die Entstehung einer dominanten Marktposition verhindert“, sagte Sapin. Der Hintergrund: Durch die gut 25 Milliarden Euro schwere Verschmelzung würde die in Paris beheimatete Mehrländerbörse Euronext aus Sicht von Analysten noch weiter an den Rand gedrängt.

Die EU-Wettbewerbshüter werden den geplanten Zusammenschluss von Deutscher Börse und London Stock Exchange (LSE) länger unter die Lupe nehmen. Die Frist für die Prüfung der Fusion sei um drei Wochen verlängert worden und laufe nun bis zum 6. März 2017, teilte die EU-Kommission am Freitag mit. Dies sei von beiden Börsenbetreibern beantragt worden. Die Deutsche Börse wollte sich dazu nicht äußern, von der LSE gab es zunächst keine Stellungnahme.

Doch nun kommen die Franzosen ins Grübeln. Deutsche Börse und LSE haben nämlich angekündigt, im Falle einer Fusion das französische Abwicklungshaus Clearnet SA zu verkaufen, an dem die Euronext großes Interesse hat. Finanzkreisen zufolge haben die Franzosen mit der LSE bereits erste Gespräche über einen Kauf der Sparte aufgenommen – sie stecken dabei jedoch in einem Dilemma. „Natürlich möchte Euronext Clearnet gerne kaufen“, sagt ein mit den Gesprächen vertrauter Banker. „Aber noch lieber wäre es Euronext wahrscheinlich, wenn der Zusammenschluss von LSE und Deutsche Börse platzt.“

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