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Donnerstag, 16.02.2017 17:32 von Kicker.de

Das Schicksal spielte Stendera an jenem für ihn persönlich so unheilvollen Abend in Nürnberg schon zum zweiten Mal in seiner noch jungen Karriere übel mit. In der Vorbereitung zur Saison 2013/14 hatte er sich das Kreuzband im rechten Knie gerissen - die monatelange Plackerei in der Reha kannte er also schon besser, als es ihm lieb sein kann. "Diese Erfahrung hat es mir nicht leichter gemacht, weil ich wusste, was auf mich zukommt. Das ist keine einfache Zeit", erzählt der Mittelfeldspieler. Offen spricht er über Stimmungsschwankungen und Motivationslöcher, die während der langen Wochen und Monate aufgekommen sind. "An manchen Tagen hat man keine Lust, sich zu quälen. Man fragt sich, für was man das eigentlich macht, weil es nur langsam vorangeht. Jeden Tag macht man die gleichen Übungen, ohne anfangs Erfolg zu sehen. Aber man muss das durchziehen. Ich habe nie den Kopf in den Sand gesteckt", berichtet Stendera.

In Nürnberg wusste er sofort, dass es ihn schlimm erwischt hat. "Es hat fürchterlich geknackt im Knie", erinnert er sich. Als die Diagnose nach dem MRT feststand, schossen ihm natürlich viele Fragen durch den Kopf. "Schon wieder ein Kreuzbandriss, warum passiert mir das? Warum kannst du dir nicht nur das Innenband reißen? Dann bist du in drei Monaten wieder da. Aber es bringt nichts, sich herunterziehen zu lassen. Das ist das Schlimmste, was du machen kannst."

Und so ackerte er sich nach der Operation, die am 6. Juni bei Spezialist Dr. Jürgen Huber in Heidelberg stattfand, Stück für Stück zurück. "Es ist schön, dass ich wieder bei der Mannschaft sein kann. Ich genieße jeden Tag", sagt Stendera. Die "müden Beine" durch die "andere Belastung" im Vergleich zur Reha nimmt er nur zu gerne in Kauf.

Sein großer Wunsch ist es, in dieser Saison noch einmal Bundesligaluft zu schnuppern. "Es gibt nichts Schöneres, als vor 50.000 Zuschauern im Stadion zu spielen." Eine Prognose über einen möglichen Comeback-Zeitpunkt mache derzeit aber keinen Sinn, bekräftigt Stendera. Der Youngster, der einen sehr ausgeglichenen und ruhigen Eindruck vermittelt, macht sich nicht verrückt. Wer so viel Geduld aufbringen musste, für den kommt es auf ein paar Wochen mehr oder weniger auch nicht mehr an. "Ich bin 21 Jahre alt und habe noch viel vor mir", sagt er zu Recht. Dass er noch so jung ist, vergisst man schnell, wenn man sich mit ihm unterhält. Stendera ist reifer als die meisten anderen jungen Männer in seinem Alter. Das verwundert nicht, hat er doch im Positiven wie im Negativen schon jede Menge erlebt.

Abraham wieder im Mannschaftstraining

Derweil gibt es auch von David Abraham gute Neuigkeiten. Der Innenverteidiger hatte sich in der vergangenen Woche beim Pokalfight in Hannover eine leichte Zerrung zugezogen und war in Leverkusen ausgefallen. Am Donnerstag kehrte er ins Mannschaftstraining zurück und konnte das komplette Programm absolvieren. Sofern er am Freitag keinen Rückschlag erleidet, kann er am Samstag im Heimspiel gegen den FC Ingolstadt wieder von Beginn an auflaufen.