Foto-Klassiker unter neuem Licht

Samstag, 29.10.2016 12:40 von

Beim deutschen Fotohersteller Leica kriselt es seit Jahren – zu starke Konkurrenz und hohe Preise sind das Problem. Das Unternehmen hat viel in seine Forschung investiert. Kann die Rückkehr an die Marktspitze gelingen?

David Bowie hatte eine, Scarlett Johannson auch, und Lenny Kravitz hat ein Buch mit ihr gemacht: Die Leica-Kamera ist das berühmteste Erzeugnis der einst führenden deutschen Fotoindustrie. Dennoch schlitterte die hessische Firma von Mitte der 60er Jahre bis Mitte des vergangenen Jahrzehnts von einer Krise in die nächste. „Die Jahre zwischen 2001 und 2005 waren die schlimmste Zeit“, sagt Andreas Kaufmann, Mehrheitseigner und Aufsichtsratsvorsitzender der Leica Camera AG. „2005 war die Firma fast zahlungsunfähig.“

Nun will das mittelständische Unternehmen mit seinen rund 1600 Mitarbeitern wieder an der Spitze des technischen Fortschritts - quasi zum ersten Mal seit dem Ende der 1920er Jahre, als Leica-Sucherkameras die Fotografie mit der Verbreitung des heute noch üblichen 35-Millimeter-Formats revolutionierten. Und die Entwicklung des Weltmarkts kommt Leica derzeit ausnahmsweise einmal entgegen.

Leica hatte lange ein Grundproblem: Abgesehen vom hohen Preis wurden die Kameras vielfach wegen Rückständigkeit gescholten. Bis Mitte der 50er Jahre international ganz vorn, wurde deutsche Kameratechnik innerhalb weniger Jahre von der japanischen Konkurrenz abgehängt. Bis heute hat die Leica M - das Flaggschiff - keinen Autofokus.

Kaufmann stieg Mitte des vergangenen Jahrzehnts ein. „Zwischen 2005 und 2009 haben wir restrukturiert. Wir haben sehr viel Geld in Forschung und Entwicklung investiert, zeitweise über 12 Prozent des Umsatzes.“

Die Ergebnisse der hohen Investitionen sind mittlerweile käuflich: Leica hat in den letzten Jahren eine Vielzahl neuer Modelle und fünf neue Produktlinien auf den Markt gebracht. Nun wollen Kaufmann und Kollegen einen Teil des verlorengegangenen Marktanteils bei Profi-Fotografen zurückerobern.

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