Fortschritte im Geldwäsche-Skandal

Freitag, 28.10.2016 23:00 von

Die Deutsche Bank (Deutsche Bank Aktie) könnte bald eine Sorge weniger haben: Insider berichten von erfolgreichen Gesprächen mit US-Ermittlungsbehörden. Wichtige Vorwürfe seien vom Tisch.

Der Geldwäsche-Skandal in Russland könnte für die Deutsche Bank vier Insidern zufolge glimpflicher ausgehen als zunächst befürchtet. Mehr als zwei Drittel der Themen seien mit den US-Behörden besprochen worden, sagte eine mit der Sache vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag. Der Vorwurf, das Geldhaus habe mit undurchsichtigen Geschäften möglicherweise auch US-Sanktionen verletzt, sei „in wesentlichen Punkten entkräftet“ worden. Zwei andere Insider sagten, nach einem umfangreichen Datenaustausch mit den US-Behörden könnten die Gespräche bald in Verhandlungen über einen Vergleich und eine konkrete Vergleichszahlung münden. Wie lange diese dauern, ist jedoch offen. Die Deutsche Bank wollte sich zu den Informationen nicht äußern.

Die Bank-Führung hatte am Donnerstag mit der Vorlage der Quartalszahlen betont, sie habe weiterhin die Hoffnung, die größten Fälle zeitnah abzuschließen. Russland gehört neben dem schlagzeilenträchtigen Hypothekenstreit in den USA dazu. Werden die Vergleiche bis Mitte März eingetütet, können sie rückwirkend in das Geschäftsjahr 2016 gebucht werden - das Vorstandschef John Cryan ohnehin als Sanierungsjahr abgeschrieben hat.

Für die Russland-Affäre hat die Deutsche Bank nach Angaben aus Finanzkreisen bislang etwa eine Milliarde Euro reserviert. Der Skandal wurde im Sommer 2015 bekannt: Nach Einschätzung von Ermittlern haben Kunden über die Deutsche Bank Rubel-Schwarzgeld im Wert von rund zehn Milliarden Dollar (Dollarkurs) gewaschen. Dabei stand auch die Frage im Raum, ob Geschäfte mit Vertrauten von Russlands Präsident Wladimir Putin gemacht wurden. Dessen Umfeld ist seit der Krim-Krise mit Strafmaßnahmen belegt.

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