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Forscher: Gut 90 Milliarden Euro Klimaschäden seit 1970

Donnerstag, 03.11.2016 12:07 von

BERLIN (dpa-AFX) - Der Klimawandel in Deutschland mit mehr Unwettern, Hitzewellen und Hochwasser bringt auch immense wirtschaftliche Verluste mit sich. Klimabezogene Naturgefahren haben zwischen 1970 bis 2014 volkswirtschaftliche Schäden von mehr als 90 Milliarden Euro verursacht. Dies zeigt ein neues Handbuch von 126 Autoren, das am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde.

In den vergangenen zehn Jahren kamen beispielsweise extreme Hitzeperioden und intensive Sommerschauer in Europa merklich häufiger vor, wie Jörn Birkmann vom Institut für Raumordnung und Entwicklungsplanung der Uni Stuttgart erläutert. Dies stelle besonders Landwirte und Stadtplaner vor Probleme.

Die Forscher belegen, dass von 1881 bis 2014 die Temperaturen - über Deutschland gemittelt - deutlich angestiegen sind, und zwar im Jahresdurchschnitt um 1,3 Grad. Vorhersagen bis zum Ende des Jahrhunderts zeigen einen noch stärkeren Trend. Halten die gegenwärtigen, hohen Emissionen klimaschädlicher Treibhausgase wie Kohlendioxid an, könnte es hierzulande im Jahresdurchschnitt zwischen 3,2 und 4,6 Grad wärmer werden.

Hermann Lotze-Campen vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung erklärte dazu, in Deutschland seien die Klimarisiken zwar weniger dramatisch als etwa in den USA oder Spanien. Trotzdem gelte es, sich dringend vorzubereiten, etwa beim Hochwasserschutz oder in der Landwirtschaft bei der Auswahl der Pflanzen und in der Art der Bodenbearbeitung. "Und zweitens müssen wir, wie alle Länder, unseren Ausstoß von Treibhausgasen rasch reduzieren, um den Anstieg der Temperaturen zu begrenzen, hierzulande und weltweit."/toz/DP/stb