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Fluggastrechtler: Krankheitswelle bei Tuifly keine höhere Gewalt

Donnerstag, 06.10.2016 16:17 von

POTSDAM/HANNOVER (dpa-AFX) - Die von den Verspätungen und Flugausfällen bei Tuifly und Air Berlin (Air Berlin Aktie) betroffenen Passagiere haben nach Ansicht eines Fluggastrechtlers Anspruch auf finanzielle Entschädigung. "Wenn die Airlines sich bei krankheitsbedingten Personalausfällen auf höhere Gewalt berufen, ist das aus rechtlicher Perspektive schlichtweg falsch und ein Versuch, Entschädigungszahlungen nicht leisten zu müssen", sagte Philipp Kadelbach, Mitgründer und Geschäftsführer des Flugrechtsportals Flightright, am Donnerstag.

Die Tuifly-Mutter Tui (TUI Aktie) Deutschland lehnt Entschädigungs- und Schadenersatzansprüche von Kunden ab, nachdem sich Flugbegleiter und Piloten scharenweise krankgemeldet haben. "Die massenhaften und äußerst kurzfristigen Krankmeldungen sind ein außergewöhnlicher und nicht vermeidbarer Umstand im Sinne von höherer Gewalt", sagte eine Unternehmenssprecherin.

Nach Ansicht von Kadelbach zählen Krankheitswellen jedoch zu den "normalen Betriebsrisiken, die Airlines zu jeder Zeit einkalkulieren müssen". Dies gelte auch, wenn es Zweifel gebe, ob tatsächlich eine Krankheit vorliege. Er empfehle daher allen betroffenen Passagieren, ihre Entschädigungsansprüche geltend zu machen./stw/men