Flugausfälle sollen nicht entschädigt werden

Freitag, 07.10.2016 07:20 von

Schlechte Nachrichten für rund 9000 Fluggäste: Tuifly bekommt wegen fehlender Crews am Freitag keine Flugzeuge mehr in die Luft. Ihre Gäste will Tuifly nicht entschädigen: Der Ferienflieger beruft sich auf höhere Gewalt.

Der Ferienflieger Tuifly kapituliert vor den massenhaften Krankmeldungen bei seinem fliegenden Personal und bleibt am Freitag komplett am Boden. Alle 108 Flüge werden gestrichen, wie der Touristikkonzern Tui (TUI Aktie) mitteilte. Demnach sind rund 9000 Passagiere betroffen.

Schon an den Vortagen hatten sich viele Crew-Mitglieder bei Tuifly kurzfristig krank gemeldet und damit den Flugbetrieb eingeschränkt. Betroffen war und ist auch Air Berlin (Air Berlin Aktie). Dort drohen weitere Ausfälle, denn ein Drittel der Tui-Flotte fliegt samt Besatzung für die Berliner.

Einzig gute Nachricht in diesem Chaostagen: Um Urlauber aus den Feriengebieten nach Hause zu bringen, hat Tui erneut Flugzeuge anderer Airlines gechartert. Mit dem Hinkommen sieht es ungleich schlechter aus. Und im bevölkerungsreichen Bundesland Nordrhein-Westfalen beginnen am Wochenende die Herbstferien.

Die Auseinandersetzung zwischen Belegschaft und Management bei Tuifly bringt die Fluggäste auf die Barrikaden. Bislang habe man rund 500 Ansprüche auf Ausgleichszahlung verärgerter Kunden auf dem Tisch, sagte der Geschäftsführer des Flugrechteportals Flightright, Philipp Kadelbach, dem in Konstanz erscheinenden „Südkurier“ (Freitag). Sollte es weiterhin zu Flugausfällen kommen, rechne man innerhalb kurzer Zeit mit 1500 bis 2000 weiteren Anträgen.

„Wir versuchen alles, um die Auswirkungen auf die Gäste so gering wie möglich zu halten“, sagte Tuifly-Aufsichtsratschef Henrik Homann der „Bild“-Zeitung (Freitag). „Wir wissen, dass das leider momentan nicht bei allen Kunden gelingt.“ Piloten müssten keine Einbußen durch neue Verträge fürchten. „Die Firma bleibt bestehen, die Tuifly behält ihren Sitz in Deutschland, die Tarifverträge bleiben bestehen.“

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