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Flüchtlinge erweisen sich als Segen für die Konjunktur

Donnerstag, 12.01.2017 12:40 von Handelsblatt

Die deutsche Wirtschaft hat ihr Wachstum 2016 abermals gesteigert. Gleichzeitig ist die Unsicherheit derzeit besonders hoch. Klar ist: Früher oder später geht Deutschland die zahlungskräftige Nachfrage aus. Eine Analyse.

Angetrieben von zusätzlichen Ausgaben für die Bewältigung des Flüchtlingszustroms und niedrigen Zinsen hat die deutsche Wirtschaft ihr Wachstum im abgelaufenen Jahr nochmals gesteigert. Das Bruttoinlandsprodukt legte 2016 das dritte Jahr in Folge auf inflationsbereinigte 1, 9 Prozent zu. Das meldete das Statistische Bundesamt Destatis am Donnerstag. Zum Vergleich: Im Durchschnitt der letzten zehn Jahre fiel das Wirtschaftswachstum mit 1,4 Prozent einen halben Prozentpunkt geringer aus. 2015 war die Wirtschaft um 1,7 Prozent gewachsen.

Einen überdurchschnittlichen Wachstumsbeitrag leistete, was die Nachfrageseite angeht, der Staat. Weil dieser wegen des starken Zustroms Schutzsuchender seine Ausgaben kräftig ausweitete, nahm der sogenannte Staatskonsum um 4,2 Prozent zu. „Einen stärkeren Zuwachs des Staatskonsums hatte es zuletzt 1992 in Folge der deutschen Wiedervereinigung gegeben“, sagte der Präsident des Statistischen Bundesamts, Dieter Sarreither bei der Vorstellung der Zahlen. Außerdem trieb der Boom der Bauwirtschaft das Wachstum.

Der Wohnungsbau boomt einerseits wegen der Bevölkerungszunahme, andererseits wegen der rekordniedrigen Zinsen für Hypothekenkredite. Diese erleichtern es Familien und Investoren erheblich die finanzielle Belastung aus dem Kauf oder Bau einer Immobilie zu tragen. „Die kontrovers diskutierte Flüchtlingskrise und die ultra-laxe Geldpolitik der EZB haben sich als Segen für die Konjunktur erwiesen“, kommentierte Analyst Carsten Brzeski von der ING-Diba die Wachstumszahlen.

Insgesamt war die Entwicklung der verschiedenen Bereiche der Wirtschaft jedoch relativ ausgewogen. Der private Konsum stieg mit zwei Prozent fast genauso stark wie die Wirtschaftsleistung insgesamt. Die Ausrüstungsinvestitionen der Unternehmen fiel mit 1,7 Prozent nur etwas weniger aus.

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