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Filterblasen manipulieren Ihre Meinung

Sonntag, 23.10.2016 16:40 von

In der Netzwelt lebt es sich eintönig: Wir umgeben uns mit Gleichgesinnten, deren immer gleiche Meinung wir teilen. Gerade in politisch polarisierten Zeiten werden wir dadurch zur digitalen Manipuliermasse.

Schon 2004 warnte Cass Sunstein, Jura-Professor an der Universität Harvard, vor den Echokammern des Internets: In der digitalen Umgebung, so Sunstein, hallten auf Plattformen und Netzwerken lediglich unsere eigenen Präferenzen und Überzeugungen wider. Ein paar Jahre später mahnte der Internetaktivist Eli Pariser, die Algorithmen der größten IT-Firmen errechneten uns sogar Filterblasen, die die wahre Vielfalt an Meinungen im Netz – und der Realität – vor unserem eigenen Bildschirm fernhalten.

Der Effekt mag zunächst eine menschliche Tendenz widerspiegeln: Auch in der analogen Welt umgeben wir uns am liebsten mit Gleichgesinnten. Doch je öfter Suchmaschinen für uns vorab Treffer gewichten und soziale Medien zur ersten Informationsquelle werden, umso schneller wächst dieser Echoeffekt zum digitalen Tunnelblick heran.

Und die Forschung zeigt: Auf den Onlineplattformen können inzwischen Ansichten stärker beeinflusst und Unentschlossene überzeugt werden als je zuvor. Das macht die virtuelle Verstärkung von gedanklicher Isolation so gefährlich. Ganz besonders in Zeiten der politischen Polarisierung und des radikalen Extremismus, in denen wir gerade leben.

Im Internet sind nur Nutzer mit gleicher Einstellung vernetzt

Die „Washington Post“ etwa visualisierte kürzlich die Silos der politischen Überzeugungen im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf eindrucksvoll in einer Gegenüberstellung von liberalen und konservativen Facebook-Feeds. Suchte man hier beispielhaft das Thema Abtreibung heraus, zeigte der von Liberalen dominierte Nachrichtenstrom unter anderem die Nachricht, dass Donald Trumps Vizekandidat Mike Pence kürzlich zu dem Thema gelogen habe. Rechts davon im Feed der Konservativen warb eine Organisation dagegen mit dem Slogan „Echte Ärzte töten keine Babys.“

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