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Falsche Propheten

Donnerstag, 06.10.2016 14:20 von

Der Weltwährungsfonds IWF und der Vermögensverwalter BlackRock fordern Bankfusionen in Europa. Doch Zusammenschlüsse würden die Probleme der Finanzwelt nur vergrößern.

In Deutschland und Europa gibt es angeblich zu viele Banken. Das jedenfalls sagen der Internationale Währungsfonds IWF und der Vermögensverwalter BlackRock. Das sagen auch die Bankenaufseher der Bundesbank und der Europäischen Zentralbank. Sie äußern sich nicht so deutlich, aber sie lassen zumindest erkennen, dass sie Zusammenschlüsse zwischen Banken begrüßen würden. Dank Fusionen könnten die angeschlagenen Institute erstens Kosten sparen und zweitens wieder mehr Geld verdienen, lauten die Hauptargumente.Gegen den ersten Punkt der steigenden Effizienz ist nichts zu sagen. Auch in guten Zeiten sollten Unternehmen immer daran arbeiten, überflüssige Aktivitäten einzusparen. Dafür sind übrigens nicht unbedingt Fusionen nötig. Banken können auch Geschäftsbereiche abspalten oder an Dienstleister ausgliedern. So schließt die Commerzbank (Commerzbank Aktie) gerade ihre ETF-Abteilung mit synthetischen Aktienfonds. Auch die Deutsche Bank (Deutsche Bank Aktie) trennt sich von Beteiligungen im Ausland.Bedenklicher dagegen ist das zweite Argument der Fonds und Aufseher für Fusionen: Die steigenden Einnahmen. Übersetzt für Sparer und Verbraucher heißt das nichts anderes als sinkender Wettbewerb. Wo Anbieter vom Markt verschwinden, können die Überlebenden höhere Preise verlangen. Dann zahlen wir plötzlich wieder Gebühren selbst für Onlinekonten und müssen für Kredite höhere Zinsen zahlen, trotz niedriger Kapitalmarktzinsen. Soll die Sanierung der maroden Banken wirklich durch gedrosselten Wettbewerb erfolgen? Dann würden wir alle dafür zahlen. Für Bankkunden wäre das ein schlechter Weg.

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