Experten: Ökostrom-Umlage 2017 wohl knapp unter 7 Cent

Freitag, 30.09.2016 11:25 von

BERLIN (dpa-AFX) - Zur Förderung von Strom aus Windkraft und Sonne müssen Verbraucher im nächsten Jahr voraussichtlich erneut tiefer in die Tasche greifen - aber wohl etwas weniger als erwartet. Experten rechnen nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur mit einem Anstieg der sogenannten Ökostrom-Umlage auf "knapp unter 7 Cent" pro Kilowattstunde. Aktuell beträgt sie 6,35 Cent. Die Höhe der Umlage auf den Strompreis für 2017 wird Mitte Oktober bekanntgegeben.

Nach Darstellung der "Bild"-Zeitung vom Freitag dagegen könnte die EEG-Umlage zum 1. Januar 2017 auf mindestens 7,1 Cent je Kilowattstunde erhöht werden. Unter Berufung auf Regierungskreise und die Bundesnetzagentur hieß es, sogar ein Plus bis auf 7,3 Cent sei möglich. Die Mehrbelastung für einen durchschnittlichen Drei-Personen-Haushalt betrage aufs Jahr gerechnet rund 35 Euro. Das Wirtschaftsministerium äußerte sich nicht zu Zahlen: "An Spekulationen beteiligen wir uns nicht."

Schön länger wird über eine Umlage um die 7 Cent spekuliert. Die EEG-Umlage ist Bestandteil des Strompreises für Endverbraucher und wird jährlich zum 15. Oktober für das Folgejahr von den Netzbetreibern auf Basis von Prognosen bekannt gegeben. Da in diesem Jahr der 15. Oktober auf einen Samstag fällt, könnte der Termin um einen Tag vorverlegt werden. Die Umlage wird als Differenz zwischen Börsenstrompreis und garantierten Abnahmepreisen für Ökostrom berechnet. Je niedriger der Börsenpreis, desto höher die Umlage.

In diesem Jahr haben Verbraucher dem Vernehmen nach mehr eingezahlt, als die Betreiber von Windparks und Solaranlagen abgerufen haben. Auch sei der weitere Ökostrom-Ausbau gebremst. Auf dem EEG-Konto hätten sich knapp drei Milliarden Euro angesammelt. Dies müsse berücksichtigt werden. Zudem sei 2017 ein Bundestags-Wahljahr./sl/DP/tos