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Ex-Morgan-Stanley-Manager Notheis fühlt sich ungerecht behandelt

Freitag, 09.09.2016 16:51 von

STUTTGART (dpa-AFX) - Der Berater von Ex-Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) im umstrittenen EnBW-Deal, Dirk Notheis, geht mit seinen Kritikern hart ins Gericht. In einem Interview mit den "Stuttgarter Nachrichten" (Samstag) übt er scharfe Kritik daran, wie die Politik mit ihm umgegangen ist. "Die in der Öffentlichkeit erzeugte Vorstellung, dass ich als Berater den damaligen Ministerpräsidenten Stefan Mappus an Fäden wie eine Marionette durch die Arena geführt hätte, war und ist völlig absurd", sagte er der Zeitung.

Mappus hatte die Anteile an dem Karlsruher Energieunternehmen EnBW im Jahr 2010 in einer Nacht-und-Nebel-Aktion von der französischen EDF für das Land zurückgekauft. Notheis hatte für seinen Freund Mappus den milliardenschweren Aktiendeal mit eingefädelt. Das Verfassungsgericht von Baden-Württemberg stufte das Geschäft später als verfassungswidrig ein, da es am Landtag vorbei abgeschlossen wurde. Auch der Rechnungshof kritisierte die Vorgänge scharf und warf Mappus vor, er habe die Regeln der Landeshaushaltsordnung verletzt.

Notheis, der damals für die Investmentbank Morgan Stanley (Morgan Stanley Aktie) arbeitete, übte in dem Interview scharfe Kritik an der Art und Weise, wie er einst von Grünen und SPD behandelt worden sei. "Wenn man unberechtigt in der Öffentlichkeit angegriffen wird, ist das schmerzhaft. Wettbewerb darf auch in der Politik nicht zur skrupellosen Gegnerschaft verkommen", sagte er. Auch Politik müsse sich in ihrem Umgang einer Ethik der Menschlichkeit unterwerfen. Im Falle des EnBW-Deals seien Grenzen überschritten worden./bg/DP/enl