Euro fällt auf tiefsten Stand seit dem Brexit-Votum

Donnerstag, 20.10.2016 18:40 von

Der Druck auf die europäische Gemeinschaftswährung hält an. Auslöser der jüngsten Verluste ist die Europäische Zentralbank. Der vage Ausblick zu einer möglichen Fortsetzung ihrer Anleihekäufe schwächt die Währung.

Der Eurokurs ist am Donnerstag nach Aussagen des Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, nur kurz über 1,10 US-Dollar gesprungen. Noch am Nachmittag geriet die Gemeinschaftswährung wieder unter Druck und setzte ihre Talfahrt der vergangenen Handelstage fort. Zeitweise fiel der Eurokurs auf 1,0921 Dollar (Dollarkurs). Zuletzt hatte er am 24. Juni, dem Tag der Bekanntgabe des Brexit-Votums, niedriger notiert.

Rein von den Fakten der EZB-Entscheidung kam zunächst wenig Druck: Der Leitzins im Euroraum bleibt bei Null, der Strafzins für überschüssiges Geld von den Banken bei minus 0,4 Prozent. Alles wie gehabt also. Interessanter wurde es indes, als Draghi zur Zukunft des Anleihekaufprogramms befragt wurde.

Zunächst blockte er ab. Das Thema habe im EZB-Rat nicht zur Debatte gestanden. Das hatte den Eurokurs auf 1,1039 Dollar nach oben klettern lassen, den Tageshöchststand. Die Trendwende für den Euro löste dann allerdings auch Draghi aus. Er erklärte, dass das Ende März 2017 auslaufende Anleihekaufprogramm nicht abrupt enden würde.

Damit gab der EZB-Präsident zumindest eindeutige Signale für ein sogenanntes „Tapering“, also einer langsamen Drosselung der Anleihekäufe. Wie das genau ablaufen und wann es beginnen soll, bleibt allerdings weiter reine Spekulation. Aktuell kauft die EZB monatlich Staats- und Unternehmensanleihen im Umfang von 80 Milliarden Euro. Insgesamt sollen sich die Käufe auf 1,74 Billionen Euro belaufen.

Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.