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EU will stärkere Nutzung der Opal-Pipeline nicht einfach durchwinken

Mittwoch, 26.10.2016 14:37 von

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die EU-Kommission will die umfassendere Nutzung der Gasleitung Opal in Deutschland durch den russischen Gazprom-Konzern nicht ohne weiteres genehmigen. Im Sinne der europäischen Interessen wolle man "den Vorschlag der deutschen Aufsichtsbehörde verbessern", sagte der für Energie zuständige Vizepräsident Maros Sefcovic am Mittwoch in Brüssel. Die Antwort aus Brüssel werde bis 31. Oktober vorliegen.

Opal ist die Verlängerung der Pipeline Nord Stream 1, die russisches Gas durch die Ostsee nach Europa transportiert. Die Pipeline führt durch Deutschland in Richtung tschechische Grenze. Derzeit darf Gazprom (Gazprom ADR Aktie) als wesentlicher Betreiber die Leitungskapazität nur zu 50 Prozent ohne Auflagen nutzen. Die Bundesnetzagentur hat der EU-Kommission einen Vorschlag vorgelegt, dies auszuweiten. Für Gazprom wäre dies auch bedeutsam für den Weitertransport des Gases aus der geplanten Leitung Nord Stream 2.

Dieses Projekt sieht Sefcovic aber kritisch. Zur erwarteten Opal-Entscheidung wollte er zwar noch nichts sagen, die Bedenken scheinen aber ähnlich wie gegen Nord Stream 2: "Sie wissen, wie wichtig wir Diversifizierung, Wettbewerb und den freien Fluss von Energie in Europa nehmen und wie viel wir für die Ukraine tun", sagte Sefcovic. Es bleibe eine strategische Priorität, dass auch nach 2019 Gas durch die Ukraine nach Europa transportiert werde.

Gazprom will diese Transporte über die Ukraine nach Fertigstellung der zweiten Nord-Stream-Trasse möglichst beenden. Die EU fürchtet die Abhängigkeit von einem einzigen Transportweg./vsr/DP/stb