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EU nimmt Gesundheits-Apps ins Visier

Donnerstag, 10.11.2016 05:00 von

Der Markt der Gesundheits-Apps ist weitgehend unreguliert. Das soll sich nun ändern. Laut Bundesregierung wird es bald EU-Standards für Qualität und Sicherheit geben. Den Grünen kommen die Regelungen viel zu spät.

Für Gesundheits-Apps wird es schon bald europaweit einheitliche Qualitäts- und Datenschutzstandards geben. Das geht aus der Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor, die dem Handelsblatt vorliegt. „Auf europäischer Ebene steht eine Selbstverpflichtung der Hersteller von Gesundheits-Apps zur Einhaltung der Datenschutzbestimmungen („Code of Conduct“) kurz vor dem Abschluss, die App-Entwicklern Unterstützung bei der Anwendung der geltenden Bestimmungen bieten wird“, heißt es in der Antwort.

Ebenfalls auf Initiative der EU-Kommission würden derzeit „Qualitätskriterien für die Beurteilung von Gesundheits-Apps entwickelt, die bis 2017 vorliegen sollen“. Ob darüber hinaus Standards benötigt würden, sei Gegenstand der Arbeiten der sogenannten „E-Health-Initiative“.

Es gibt mehr als 100.000 Gesundheits-Apps. Die Gesundheitspolitik erwartet einiges von den Minicomputern. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) sah deshalb auch schon länger Bedarf für klare Qualitäts- und Sicherheitsstandards für Patienten, Ärzte und Hersteller. „Für die Nutzung und Bewertung von Apps werden offizielle Orientierungshilfen benötigt“, lautete denn auch das Ergebnis einer vom Ministerium in Auftrag gegebenen und am Peter L. Reichertz Institut für medizinische Informatik erarbeiteten Studie. Es sei wichtig, zu erkennen, dass nicht jede App für den medizinischen Einsatz geeignet sei.

Kritik gibt es auch am Datenschutz. „Gesundheits-Apps halten die datenschutzrechtlichen Anforderungen häufig nicht ein“, ergab die Studie. „Bei der Datenschutzerklärung und der Einholung von Einwilligungen durch die Nutzer fehlt es oft an Transparenz. Soweit Daten im Ausland gespeichert werden, ist die Nutzung nicht dem deutschen Datenschutzrecht unterworfen.“

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