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EU-Migrationskommissar: Die Flüchtlingskrise ist noch nicht vorbei

Montag, 28.11.2016 16:35 von

ATHEN (dpa-AFX) - Die Europäische Union muss nach Ansicht des EU-Migrationskommissars die Umsiedlung von Flüchtlingen aus Italien und Griechenland beschleunigen. Zudem forderte er mehr Experten zur Bearbeitung von Asylanträgen in diese Länder. "Wir brauchen echte Solidarität, nicht nur in Worten und nicht à la carte", sagte der EU-Kommissar für Inneres und Migration, Dimitris Avramopoulos, Montag in Athen. Er sprach bei einem Treffen von mehr als 200 Experten des Europäischen Unterstützungsbüros für Asylfragen (EASO).

Die Situation auf den griechischen Ostägäisinseln sei schwierig. "Der EU-Türkei-Flüchtlingspakt muss fortgesetzt werden, koste es was es wolle", sagte Avramopoulos. Der Flüchtlingspakt sieht vor, dass illegal auf den griechischen Inseln ankommende Flüchtlinge und Migranten zurück in die Türkei geschickt werden, falls sie kein Asyl in Griechenland bekommen.

Auf den Inseln der Ostägäis kommen zwar deutlich weniger Migranten und Flüchtlinge an als im Jahr zuvor, die Registrierlager (Hotspots) sind aber weiterhin überfüllt. Auf Lesbos, Chios, Leros, Samos und Kos harren mittlerweile rund 16 700 Migranten aus. Jedoch gibt es Unterbringungsmöglichkeiten für nur 7450. Viele Menschen müssen unter unwürdigen Bedingungen in Zelten auf verschlammten Boden ausharren, wie Mitarbeiter humanitärer Organisationen am Montag berichteten./tt/DP/stb