EU-Kommission sieht weiter moderates Wachstum und zahlreiche Risiken

Mittwoch, 09.11.2016 13:11 von

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die Europäische Kommission geht für die kommenden Jahre weiter von einem moderaten Wirtschaftswachstum aus. In der am Mittwoch veröffentlichten Herbstprognose erhöhte die Kommission leicht die Erwartung für das laufende Jahr, während die Prognose für 2017 spürbar gesenkt wurde. Generell werde die konjunkturelle Entwicklung durch zahlreiche Risiken gefährdet, hieß es.

Für 2016 erwartet die Kommission ein Wachstum der Wirtschaftsleistung in der Eurozone um 1,7 Prozent, nachdem sie im Frühjahr noch einen Zuwachs um 1,6 Prozent erwartet hatte. Im Jahr 2017 dürfte sich das Wachstum dann auf 1,5 Prozent abschwächen. Hier hatte die Kommission in der Frühjahrsprognose noch ein Plus um 1,8 Prozent erwartet. Für 2018 geht die Kommission dann wiederum von einem Anziehen des Wirtschaftswachstums aus und prognostiziert eine Wachstumsrate von 1,7 Prozent.

Eine ähnliche Entwicklung zeichnet sich nach Einschätzung der Kommission auch in Deutschland ab, der größten europäischen Volkswirtschaft. Während das Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr mit 1,9 Prozent veranschlagt wird, dürfte es sich im kommenden Jahr auf 1,5 Prozent abschwächen. Im Jahr 2018 sollte die deutsche Wirtschaft wieder ein Stück weit an Schwung gewinnen. Die Kommission rechnet mit einer Zunahme des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 1,7 Prozent.

Nach Einschätzung der Kommission gibt es eine Reihe von Bremsklötzen für die konjunkturelle Entwicklung. Hierzu zählen unter anderem geopolitische Unsicherheiten und ein schwächeres Wachstum der Weltwirtschaft. Dagegen werde die konjunkturelle Entwicklung durch die extrem lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) gestützt, hieß es weiter.

Außerdem stellte die Kommission fest, dass die europäische Wirtschaft durch das Brexit-Votum in Großbritannien vorerst nicht gebremst wurde. Allerdings rechnen die EU-Experten wegen des Brexit-Votums mit einem deutlichen Anstieg der politischen Unsicherheiten. Dies dürfte die künftige konjunkturelle Entwicklung belasten./jkr/bgf/stb