EU hat Bedenken gegen Mega-Fusion

Mittwoch, 28.09.2016 16:20 von

Die EU-Kommission sieht die geplante Fusion der Deutschen Börse mit der LSE kritisch und hat eine Prüfung bis Februar eingeleitet. Dabei sollen Derivate-Clearing, deutsche Aktien und Indizes im Fokus stehen.

Die EU-Wettbewerbshüter sehen den geplanten Zusammenschluss von Deutscher Börse und der London Stock Exchange (LSE) kritisch. Die EU-Kommission listete Bedenken gegen die gut 25 Milliarden Euro schwere Fusion in einem halben Dutzend Bereichen auf – von der Abwicklung von Derivaten (Clearing) über den Handel mit deutschen Aktien bis zum Geschäft mit Börsenindizes.

Mit der Fusion entstünde der mit Abstand größte europäische Börsenbetreiber. „Wir müssen dafür sorgen, dass die Marktteilnehmer auch weiterhin zu wettbewerbsfähigen Konditionen auf Finanzmarkt-Infrastruktur zurückgreifen können“, erklärte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager.

Die EU-Kommission wird die Verschmelzung nun in einer zweiten Prüfungsphase noch genauer unter die Lupe nehmen. Dafür hat sie bis zum 13. Februar 2017 Zeit. Experten und die Börsenbetreiber selbst hatten mit einer intensiven Phase-II-Prüfung gerechnet. Um die Bedenken von Wettbewerbshütern und Konkurrenten auszuräumen, können die Fusionspartner der EU-Kommission nun Zugeständnisse anbieten. Die LSE preschte am Mittwoch bereits vor. Sie könne sich vorstellen, das französische Abwicklungshaus Clearnet zu verkaufen, das zur LSE-Tochter LCH.Clearnet gehört.

Die Mehrländerbörse Euronext hat bereits Interesse an Clearnet angemeldet. Die Euronext betreibt Börsen in Paris, Amsterdam, Brüssel und Lissabon. Die Regierungen der betroffenen Länder haben zuletzt Stimmung gegen die Fusion von Deutscher Börse und LSE gemacht. Ein Verkauf von Clearnet an die Euronext könnte sie aus Sicht von Experten möglicherweise milder stimmen.

Erst Brüssel – dann Wiesbaden

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