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EU-Finanzminister nehmen neues Unternehmenssteuer-System in den Blick

Dienstag, 08.11.2016 11:04 von

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die EU-Finanzminister nehmen den Kampf gegen Steuervermeidung in Europa verstärkt in den Blick. Der jüngste Vorschlag der EU-Kommission zur Besteuerung von Unternehmensgewinnen habe "definitiv" gute Chancen, mehrheitsfähig zu werden, sagte der slowakische Finanzminister Peter Kazimir bei einem Treffen mit seinen EU-Amtskollegen am Dienstag in Brüssel. Die Slowakei hat derzeit den Vorsitz unter den EU-Staaten inne.

Die EU-Kommission hatte unlängst einen erneuten Vorstoß für eine sogenannte gemeinsame Körperschaftssteuer-Bemessungsgrundlage gestartet. Er sieht keine einheitlichen Steuersätze vor, legt aber verbindlich fest, wie der zu versteuernde Betrag berechnet wird. Unternehmen könnten dann eine Steuererklärung für ihre Aktivitäten in der gesamten EU abgeben. Die Brüsseler Behörde will damit auch den Verwaltungsaufwand senken und Investitionen in der EU ankurbeln.

Zur Berechnung der Körperschaftssteuer, die im Prinzip eine Einkommenssteuer für Unternehmen darstellt, sollten demnach in allen EU-Staaten dieselben Faktoren gelten. Dazu zählen Vermögenswerte wie etwa Gebäude und Maschinen oder die Beschäftigtenzahl. Die EU-Staaten müssten dem Vorschlag zustimmen, damit er in Kraft tritt. Ein ähnlicher Vorstoß der EU-Kommission war vor einigen Jahren versandet./asa/bak/DP/stb