Erste Klagen nach riesigem Datendiebstahl

Samstag, 24.09.2016 10:00 von

Kaum wird der gewaltige Datenklau bei Yahoo (Yahoo Aktie) bekannt, schon ziehen erste Nutzer in den USA vor Gericht. Damit dürfte sich auch die geplante Übernahme des Yahoo-Geschäfts durch den Telekom-Konzern Verizon (Verizon Aktie) erschweren.

Nach dem Bekanntwerden des Diebstahls der Daten von mindestens einer halben Milliarde Nutzern bei Yahoo gibt es bereits die ersten Klagen in den USA. In den Bundesstaaten Kalifornien und Illinois zogen Kunden vor Gericht, die dem Internet-Konzern vorwerfen, nicht genug auf die Datensicherheit geachtet und die Nutzer zu spät informiert zu haben.

Yahoo hatte den Hacker-Angriff von Ende 2014 am Donnerstagabend (Ortszeit) bekanntgegeben. Nach wie vor ist unklar, wann genau das Unternehmen erste Hinweise auf eine Attacke bekam und seit wann es vom Ausmaß des Diebstahls wusste.

Das „Wall Street Journal“ berichtete in der Nacht zum Samstag, Yahoo habe schon Ende 2014 einen Hacker-Angriff aus Russland entdeckt, bei dem es aber nur um Daten von 30 bis 40 konkreten Nutzern gegangen sei. Der Konzern habe damals auch das FBI darüber informiert, hieß es unter Berufung auf eine informierte Person.

Yahoo hatte für den riesigen Datendiebstahl jetzt Hacker mit staatlichem Hintergrund verantwortlich gemacht. Damit werden in den USA meist Gruppen mit Nähe zu russischen oder chinesischen Geheimdiensten gemeint. Es blieb jedoch unklar, ob zwischen den beiden Attacken ein Zusammenhang bestehen könnte. Der Datendiebstahl bei Yahoo ist mit mindestens 500 Millionen betroffenen Nutzern der mit Abstand größte, der bisher bekannt wurde.

Die Klagen verstärken auch den Druck auf die geplante Übernahme des Web-Geschäfts von Yahoo durch den Telekom-Konzern Verizon für 4,8 Milliarden Dollar (Dollarkurs). In einer Pflichtmitteilung zum Verizon-Deal hatte Yahoo noch am 9. September erklärt, dem Unternehmen sei kein Diebstahl von Nutzerdaten bekannt.

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