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Erneut Krawalle vor Abriss des „Dschungels“

Montag, 24.10.2016 04:20 von

Die Pariser Regierung will heute mit der Auflösung des Flüchtlingslagers in Calais beginnen. Stunden vor der geplanten Räumung kommt es im sogenannten „Dschungel“ wieder zu Krawallen. Die Polizei feuert mit Tränengas.

Wenige Stunden vor dem Beginn der Räumung des als „Dschungel“ bekannten Flüchtlingslagers von Calais hat es erneut gewaltsame Zusammenstöße zwischen Flüchtlingen und der Polizei gegeben. Polizisten feuerten Tränengasgranaten an einer Umgehungsstraße des Hafens und im Lager ab, wo sie dutzenden Steine werfenden Flüchtlingen gegenüber standen. Eine der Tränengasgranaten landete in einem Müllcontainer, der dadurch in Brand geriet.

Bereits in der Nacht zum Sonntag hatte es Zusammenstöße zwischen Flüchtlingen und Polizisten gegeben. Schon seit Monaten gibt es rund um das Flüchtlingslager Auseinandersetzungen, etwa wenn Flüchtlinge im Hafen von Calais versuchen, Lastwagen zu stoppen, um als blinde Passagiere Großbritannien zu gelangen.

Am Montagmorgen soll die Räumung des „Dschungel“ beginnen, die Bewohner sollen dann mit Bussen zu Aufnahmezentren in ganz Frankreich gebracht werden. Einige lehnen dies ab, weil sie fürchten, dann keine Chance mehr auf eine Weiterreise nach Großbritannien zu haben.

Am Sonntag kam die Präfektin des Départements Pas-de-Calais, Fabienne Buccio, mit Vertretern der unterschiedlichen Bewohnergruppen des "Dschungels" zusammen. Sie berichtete von beunruhigten Flüchtlingen: Diese hätten Unbekannte im Lager gesehen, die versucht hätten, Bewohner zu „beeinflussen“. Die Bewohner hätten um Schutz gebeten.

Die französischen Behörden wollten das Lager schon seit geraumer Zeit auflösen. Hilfsorganisationen versuchten dies mit juristischen Mitteln zu verhindern, doch ein Verwaltungsgericht gab am Dienstag grünes Licht für die Räumung. Betroffen sind Schätzungen zufolge 6000 bis 8000 Bewohner. Fast 200 minderjährige Flüchtlinge wurden vor der Räumung nach Großbritannien gebracht.

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