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Energieagentur sieht Opec-Vereinbarungen noch wacklig

Dienstag, 11.10.2016 12:22 von

PARIS (dpa-AFX) - Experten der Internationalen Energieagentur (IEA) halten die Auswirkungen der geplanten Öl-Fördergrenze des Opec-Kartells für schwer abschätzbar. Kritische Details wie die Aufteilung der Kürzungen unter den Ländern müssten bei einem Treffen der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) Ende November festgeklopft werden, heißt es im am Dienstag veröffentlichten monatlichen Öl-Marktbericht der IEA. Bis dahin werde die Fördermenge wohl im Bereich jüngster Rekordwerte bleiben.

Die zerstrittene Opec hatte Ende September überraschend eine Beschränkung des täglichen Produktionsvolumens auf 32,5 bis 33 Millionen Barrel (je 159 Liter) beschlossen. Damit sollen die Ölpreise stabilisiert werden. Im September pumpten die Opec-Staaten 33,6 Millionen Barrel pro Tag.

Iran, Libyen und Nigeria hätten bereits angekündigt, von den Kürzungen ausgeschlossen zu sein: Sie wollten ihre Fördermenge weiter steigern, heißt es in dem IEA-Bericht. Damit die Begrenzung greift, müssten damit andere Länder wie Saudi-Arabien deutlich stärker kürzen. Ohne wirksames Eingreifen des Kartells erwartet die IEA, dass im ersten Halbjahr 2017 weiterhin ein Überschuss an Rohöl auf dem Markt bestehen könnte. In der Energieagentur sind 29 Öl-Importländer zusammengeschlossen./sku/DP/stb