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Ein Wahlkampf zum Fürchten

Mittwoch, 02.11.2016 13:40 von

Persönliche Beleidigungen, martialische Werbespots: Die US-Wahl ist kein Wettstreit der Ideen, stattdessen versuchen Clinton und Trump Wut auf ihre Gegner zu schüren. Verlierer ist die amerikanische Demokratie.

Ein Mädchen spielt im Blumenfeld, es zupft an einem Gänseblümchen, als plötzlich der Countdown zum Weltuntergang einsetzt. Three. Two. One. Die „Daisy-Ad“ von 1964 hat Wahlkampfgeschichte geschrieben. Sie endet im Atom-Inferno. Der demokratische Präsident Lyndon Johnson kritisierte seinen ultrakonservativen Herausforderer Barry Goldwater nicht einfach nur als Reaktionär. Er verdammte ihn als Gefahr für die Existenz der Menschheit.

52 Jahre sind seither vergangen. Johnson gewann die Wahl, der Weltuntergang ist ausgeblieben. Doch die altbewährte Angstkampagne ist zurück, und das Mädchen von damals ist es auch. Monique Corzilius Luiz, inzwischen eine ältere Frau, hat einen neuen Werbespot für die Demokraten gedreht. „Die Angst vor dem Atomkrieg, die uns damals begleitete – ich hätte nie gedacht, dass unsere Kinder damit konfrontiert würden“, sagt sie. Der Spot endet mit einer verbalen Detonation von Donald Trump: „Bombt sie in Grund und Boden.“

Eine Woche vor der Wahl recyceln die Demokraten das Projekt Angst, die nukleare Option unter den Wahlstrategien. Daisy 2.0 wird ihr neuer Werbespot genannt. Sie zeigt vor allem eines: Von der Botschaft der Hoffnung, mit der ein junger Senator namens Barack Obama vor gar nicht allzu langer Zeit das Land in seinen Bann zog, ist nichts übrig geblieben. Beide Parteien versuchen, ihre Wähler mit den schrillen Klängen ihrer Panikorchester an die Wahlurnen zu scheuchen. Nicht Inhalte werden diese Wahl entscheiden, keine Vision für ein neues Amerika, sondern Angst und Zorn, Übertreibungen und Lügen.

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