Ein Staat erfindet sich neu

Samstag, 19.11.2016 12:40 von

Sagenhafte 30 Milliarden Dollar (Dollarkurs) investiert die Regierung direkt in die Digitalisierung der Wirtschaft. Das kleine Land will einer der entscheidenden Spieler in der Welt von morgen sein. Kann das funktionieren?

Wenn Sven Yeo aus den Fenstern des Konferenzraums guckt, in dem der 31-jährige Singapurer gerade einer Gruppe Europäern seine neueste Geschäftsidee erklärt, erblickt er die Hochhaus- und Betonkulisse Singapurs. Insofern ist es einigermaßen erstaunlich, dass ausgerechnet Yeo die Revolution der Landwirtschaft predigt. Wer dem Biologen aber länger zuhört, wie er Chart für Chart seiner Präsentation abarbeitet, lernt: Wer zur Avantgarde des Ackerbaus zählen möchte, muss nicht vom Land kommen.

Denn mit drei Freunden hat Yeo ein datengestütztes System für die städtische Landwirtschaft entwickelt. Die Idee: Im dicht bebauten Singapur müsse sich auf sehr kleinen Flächen der Anbau von Gemüse, Obst und Feldfrüchten betreiben lassen. Schließlich ist der Stadtstaat an der Südspitze Malaysias bisher zu nahezu 100 Prozent auf den Import seiner Lebensmittel angewiesen. Bei Yeos Geschäftsidee nun messen Sensoren in den Minifeldern auf Dächern und Terrassen der Hochhäuser Daten und sorgen für Düngung und Wasserzufuhr. „Das Salatbeet ist ans Internet angeschlossen“, lacht Yeo. Zurzeit verhandeln die Gründer mit einem Risikokapitalgeber über eine Finanzierung. Archisen, eine Kombination aus den englischen Wörtern Architecture und Sensing (abtasten), haben sie ihre Neugründung getauft. Erst vor wenigen Monaten haben sie Büros in einem Gründerzentrum im Südwesten Singapurs bezogen. An der Wand ein Schild: „No Rules here“. Hier soll aus Yeos Idee das große Geschäft werden.

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