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Ein Footballstar spaltet die USA

Freitag, 30.09.2016 19:40 von

Ein schwarzer Footballstar bleibt sitzen, wenn die US-Nationalhymne erklingt – als Protest gegen Rassismus. Dafür erntet er Respekt, aber auch großen Hass. Warum die Geste des Afroamerikaners die USA aufwühlt.

Die einen wünschen ihm den Tod. Die anderen sehen ihn als den neuen Helden der USA, vielleicht sogar den nächsten farbigen Präsidenten: Der American-Football-Star Colin Kaepernick. Der 28-Jährige ist seit wenigen Wochen Hassobjekt Nummer eins in den USA. Am 3. Oktober wird er, niederkniend und in voller Football-Montur, die Titelseite des Times Magazin schmücken.

Der Spieler der San Francisco 49ers war beim obligatorischen Absingen der Nationalhymne vor dem Spiel einfach sitzen geblieben. Kaepernick sagte später, er könne nicht beim Singen der Nationalhymne stehen, wenn Schwarze grundlos erschossen und diskriminiert würden. Erst wenn die US-Fahne für alle Amerikaner stünde, könne er sie stehend ehren, die Hand auf dem Herzen.

Kapernick verband auf diese Weise die Rassismus-Debatte mit Patriotismus – und traf damit eine tief gespaltene Gesellschaft an einer ihrer empfindlichsten Stellen.

Zunächst schien Kaepernicks stiller Protest nur ein „flash in the pan” zu sein. So nennt man in den USA unwichtigen Firlefanz, der hochgejubelt wird, aber am nächsten Tag schon vergessen ist – zum Beispiel, wenn das US-Promisternchen Kim Kardashian twittert.

Doch Kaepernick fand bald Nachahmer. Zunächst kniete ein Teammitglied aus Sympathie mit ihm. Später schlossen sich immer mehr Sportler aus anderen Teams diesem Protest an – statt sitzend wurde jetzt kniend gelauscht, die Lippen geschlossen. Eine High-School-Band im kalifornischen Oakland spielte die Hymne kniend.

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