„Ein bisschen Revolution ist gut“

Freitag, 07.10.2016 14:00 von

Seit SAP (SAP Aktie) vor 40 Jahren hat es kein deutscher Konzern mehr zu Weltgeltung gebracht. Fraunhofer-Präsident Reimund Neugebauer erklärt im Gespräch, warum die Bundesrepublik kein Apple (Apple Aktie) oder Google hervorbringt.

Apple, Facebook (Facebook Aktie), Google: Die großen Erfolgsstorys des Internetzeitalters schreiben amerikanische Firmen. Die letzte Neugründung aus Deutschland, die es zu Weltgeltung gebracht hat, ist schon mehr als 40 Jahre alt: der Softwarekonzern SAP.

Wo aber bleibt das deutsche Google (Alphabet A Aktie)? Warum hat es dieses Land nicht geschafft, in jüngster Zeit ähnlich erfolgreiche Konzerne zu schaffen wie die Amerikaner?

Wenn jemand eine Antwort auf diese Fragen weiß, dann ist es Reimund Neugebauer. Der Maschinenbauer steht seit vier Jahren an der Spitze der Fraunhofer-Gesellschaft, der größten anwendungsorientierten Forschungsorganisation in Europa.

„Wir haben eine völlig andere Innovationskultur als die USA, Korea oder Japan“, sagte der 63-Jährige am Mittwochabend vor gut 100 Mitgliedern des Handelsblatt-Wirtschaftsclubs in München. Das Rückgrat der deutschen Wirtschaft sei der Mittelstand. Diese Betriebe seien auf einem sehr hohen technischen Niveau. Daher betrieben sie eher evolutionäre Innovation, als etwas ganz Neues zu beginnen, erläuterte der Wissenschaftler im Gespräch mit Senior Editor Hans-Jürgen Jakobs und dem Münchener Handelsblatt-Büroleiter Axel Höpner.

In den USA trete zudem häufig der Staat als Investor auf und schiebe Milliardenprojekte an. „Eine solche Innovationskultur kennen wir nicht“, unterstrich Neugebauer. Der Maschinenbau-Professor forderte, große Vorhaben künftig auf europäischer Ebene voranzutreiben. Denn: Bei allem Respekt vor dem deutschen Mittelstand, ein großer Sprung sei manchmal auch nicht schlecht. Die digitale Ära fordere alle Branchen heraus, es komme zu einem „Umbau“ der Wirtschaft. „Ein bisschen Revolution ist immer gut“, betonte Neugebauer. Als Ostdeutscher wisse er schließlich, wovon er rede.

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