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Ein Anfall von Schwindel

Dienstag, 13.09.2016 17:40 von

Ob Clinton, BMW-Chef Krüger oder Minister Gabriel: Körperliche Schwäche bedeutet nicht gleich Führungsschwäche, auch wenn Medien es dazu machen. Problematisch wird es, wenn die Betroffenen tricksen wollen. Ein Kommentar.

Hillary Clinton strauchelt, wird zu ihrem Auto geführt. BMW-Chef Harald Krüger knicken bei einer Präsentation die Beine weg. Sigmar Gabriel sagt wegen einer Gürtelrose seine Iranreise ab. Und jedes Mal, wenn Spitzenpolitiker oder Topmanager öffentlich gesundheitliche Schwächen zeigen, geht die Debatte los: Wird das Donald Trump den Wahlsieg bescheren? Kann einer wie Krüger noch für die Winner-Marke BMW (BMW Aktie) stehen? Gibt die Krankheit dem politisch angeschlagenen SPD-Vorsitzenden den Rest?

Es sind vor allem Medien, die den Mythos verbreiten, dass körperliche Schwäche immer auch als Führungsschwäche ausgelegt werde. Nicht von klugen Journalisten natürlich, sondern von „dem Wähler“ oder „dem Kunden“, der leider nicht reflektiert genug sei, um zwischen körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit zu differenzieren. Ein animalisches Bild der Bürger schwingt da mit. Als wären sie Wölfe, die nur ein besonders fittes Exemplar als Leittier akzeptieren.

Tatsächlich jedoch ahnen die meisten Menschen, wie anstrengend der Alltag als Konzernchef, Präsidentschaftskandidatin oder Vizekanzler ist. Sie wissen aus eigener Erfahrung, dass der Körper mit zunehmendem Alter Mucken macht.

Clinton hat bereits in den Tagen vor dem Schwächeanfall an Vorsprung in den Umfragen eingebüßt. Die Absatzzahlen von BMW sind nach Kramers Sturz nicht eingebrochen. Finanzminister Wolfgang Schäuble wiederum macht keinen Hehl daraus, wie sehr ihn seine Behinderung einschränkt. Traut sich hier jemand, ihm Führungsschwäche vorzuwerfen? Eben.

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