Edward Snowden hat alles verändert – und nichts

Donnerstag, 08.09.2016 11:40 von

Der Whistleblower enthüllte sein Wissen über die Spähattacken in dem festen Glauben: „Die Welt sagt Nein zur Überwachung.“ Doch das Gegenteil ist der Fall. Phlegma regiert. Das macht Snowden zum tragischen Helden. Eine Analyse.

Die großen Heroen oder auch Märtyrer des 21. Jahrhunderts müssen keine Krieger mehr sein, Wissenschaftler, Unternehmer oder Künstler. Vielleicht sind es eher unauffällige Software-Administratoren. Menschen wie Edward Snowden, dessen Leben dieser Tage, von Oliver Stone verfilmt, in die Kinos kommt. Drei Jahre ist es her, dass der ehemalige Geheimdienst-Angestellte mit der Enthüllung seines Fachwissens die Welt veränderte – und diese Welt doch die gleiche blieb. Ein Widerspruch? Es kommt darauf an, wo man hinschaut: in die Politik, die Wirtschaft oder die Gesellschaft.

Natürlich hat Snowden die Politik maßgeblich beeinflusst: Es hagelte Protestnoten, Ermittlungen, diplomatische Verstimmungen. Das Safe-Harbor-Abkommen, das den Datenfluss aus EU-Ländern in die USA erlaubt hatte, wurde vom Europäischen Gerichtshof im vergangenen Jahr gestoppt. Auch wegen Snowden. Datenschutz wird nicht nur in der EU mittlerweile ernster genommen, der Spielraum der NSA wurde eingeschränkt. Vor allem wegen Snowden. In Berlin tagt weiterhin – wenn auch in seinen Ritualen längst erschöpft – ein Untersuchungsausschuss. Nur wegen Snowden. Und man vergisst das ja schnell, aber der frühere BND-Präsident Gerhard Schindler musste vor allem deshalb gehen, weil die Bande zwischen seiner Behörde und den amerikanischen NSA-Kollegen dann doch zu eng schienen.

Wirtschaftsspionage ist ein globales Geschäft geworden

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