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Ecuador und Wikileaks streiten über Internetzugang

Mittwoch, 19.10.2016 07:20 von

Wikileaks-Gründer Assange inszeniert sich als Kämpfer gegen staatliche Geheimnistuerei. Dennoch ist er auf die Hilfe von Regierungen angewiesen. Mit einer von diesen scheint er sich jetzt überworfen zu haben.

Ecuador hat die Verantwortung für den gekappten Internet-Zugang von Wikileaks-Gründer Julian Assange übernommen. Man habe Assanges Kommunikationsverbindungen in Ecuadors Botschaft in London „vorübergehend eingeschränkt“, teilte das Außenministerium in Quito am Dienstag mit. Assange genieße aber weiter Asyl. Wikileaks warf dem Land vor, sich Druck aus den USA gebeugt zu haben.

Ecuador bestritt dass.Wikileaks hatte mitgeteilt, Assanges Internetzugang sei am Samstag von einem nicht näher bezeichneten staatlichen Akteur gekappt worden. Assange beantwortete auch keine Anrufe, E-Mails und Textbotschaften. Die Enthüllungsplattform veröffentlicht seit Tagen Dokumente, die bei Hackerangriffen auf das Wahlkampfteam von US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton erbeutet worden sind.

Ecuador versicherte, es habe Assanges Kommunikationsverbindungen aus eigenem Entschluss gekappt. Man respektiere die Souveränität anderer Staaten und mische sich nicht in deren Wahlkampf ein. Was Wikileaks veröffentliche, sei ausschließlich Sache der Enthüllungsplattform.

Das Vorgehen Ecuadors gegen Assange habe darauf keinen Einfluss. Wie weit die Kommunikations-Beschränkungen für ihn reichen, wurde nicht mitgeteilt.

Wikileaks erklärte dagegen unter Berufung auf „mehrere US-Quellen“, US-Außenminister John Kerry habe Ecuadors Präsident Raffel Correa Ende September in Kolumbien getroffen und diesen aufgefordert, die Veröffentlichung von Dokumenten über Clinton zu unterbinden. Das Außenministerium in Washington widersprach. Kerry sei mit Correa in Kolumbien gar nicht zusammengetroffen, sagte Sprecher Mark Toner. „Es gab einfach kein Treffen“, sagte er. „Sie haben nicht von diesen Dingen besprochen.“

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