Draghi unter Druck

Donnerstag, 08.09.2016 06:40 von

Vor der Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) spekulieren die Märkte über eine Lockerung der Geldpolitik. Doch EZB-Chef Mario Draghi hat fast alle Mittel ausgeschöpft. Ihm bleiben nur wenige Optionen.Mario Draghi steht erneut vor einem wichtigen Beschluss. Die Notenbank muss auf ihrer Ratssitzung entscheiden, ob sie ihre Geldpolitik weiter lockert. Das Problem: Die Mittel der Geldpolitik sind weitgehend ausgeschöpft. Der Leitzins im Euro-Raum liegt bei null Prozent, Banken müssen für Einlagen bei der EZB einen Strafzins zahlen, und die Notenbank kauft in großem Stil Staatsanleihen und andere Wertpapiere der Euro-Länder.  Gleichzeitig wird die Kritik an ihrem Kurs immer schärfer – vor allem von den Banken. Der EZB bleiben deshalb nur noch wenige Optionen.Sorgen bereiten Draghi dabei vor allem die Folgen des britischen Votums für einen EU-Austritt. Noch sind die Effekte wenig zu spüren. Frühindikatoren deuten aber darauf hin, dass sich das ändert. So ist der Ifo-Index als wichtiges Barometer für die Stimmung der deutschen Wirtschaft im August deutlich gefallen. Wie die EZB reagiert, hängt auch von ihren neuen Inflationsprognosen ab, die Draghi am Donnerstag vorstellt.Mit ihrer ultralockeren Geldpolitik will die EZB die Inflation im Euro-Raum anfachen, um Preisstabilität zu erreichen. Die Notenbank sieht diese bei einer Preissteigerung von knapp zwei Prozent gewährleistet. Davon ist sie jedoch weit entfernt: Im August stiegen die Verbraucherpreise im Euro-Raum wie schon im Juli gerade mal um 0,2 Prozent. Bei zu geringen Preissteigerungen sieht die EZB die Gefahr einer sich selbst verstärkenden Deflation, also einer Abwärtsspirale aus sinkenden Preisen und wirtschaftlichem Niedergang.

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