Draghi schickt Dax doch noch rauf

Donnerstag, 20.10.2016 16:20 von

Alles beim Alten nach der EZB-Sitzung. Zwar bleibt eine Verlängerung der Anleihekäufe aus, doch die Märkte zeigen sich am Ende erleichtert darüber, dass die Geldpolitik locker bleibt. Anleger hatten schlimmes befürchtet.

Europas Börsen haben nur gering auf das Stillhalten der EZB reagiert. Nachdem die Ergebnisse der heutigen Ratssitzung bekannt wurden, rutschten die Kurse ins Minus, fingen sich aber nahe dem Vortagsniveau. Der Dax notierte zuletzt am Nachmittag mit 10.672 Punkten 0,3 Prozent fester. Das Gros der Akteure hatte ohnehin nicht erwartet, dass die Führungsriege der Europäischen Zentralbank neue Maßnahmen beschließen werde. Manch einer hatte sich für die Oktobersitzung eine Verlängerung des Anleihekaufprogramms gewünscht – und wurde enttäuscht. Andere wiederum zeigten sich erleichtert, dass eine Reduktion des Programms nicht mal diskutiert wurde – ein diesbezügliche Medienbericht hatte die Anleihenmärkte vor kurzem in Aufruhr versetzt. Beide Eindrücke hielten sich die Waage, sodass die Märkte nicht wirklich vom Fleck kamen. Freudensprünge blieben aus, ebenso wie Angstverkäufe. So nüchtern wie Mario Draghi sprach, so ernüchtert reagierten die Märkte.

Beim billionenschweren Anleihekaufprogramm, das vor allem in Deutschland umstritten ist, tun sich Schwierigkeiten auf. Die Zentralbank kauft derzeit europäische Staatsbonds in einem Volumen von monatlich knapp 80 Milliarden Euro. Der Plan: Durch den Kauf fallen die Renditen, was die Titel für Banken unattraktiv macht und diese wiederum animieren soll, die Kreditvergabe auszuweiten. Wie viele Staatstitel die EZB von welchem Mitglied des Euro-Systems kauft, hängt vom vom sogenannten Kapitalschlüssel ab. Dieser gibt an, mit wie viel Prozent die jeweilige Notenbank des Landes an der EZB beteiligt ist.

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