dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR von 17.00 Uhr - 25.11.2016

Freitag, 25.11.2016 17:11 von

Frankreich bittet zur Kasse: Höchste Steuerquote in der EU

BRÜSSEL - In keinem anderen EU-Land verlangt der Staat so viele Steuern und Sozialbeiträge wie in Frankreich. Mit einer Steuerquote von 47,9 Prozent lag das Land zuletzt knapp vor Dänemark (47,6 Prozent) und Belgien (47,5 Prozent), wie die Statistikbehörde Eurostat am Freitag meldete. In Deutschland betrug der Anteil der Steuern und Sozialbeiträge am Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vergangenen Jahr 40,0 Prozent. Er entsprach damit fast genau dem EU-Schnitt. Die niedrigste Belastung hatten zuletzt Irland (24,4 Prozent), Rumänien (28,0 Prozent) und Bulgarien (29,0 Prozent). Nach Angaben von Eurostat wird die Quote in Irland allerdings erheblich dadurch beeinflusst, dass multinationale Großkonzerne im Ausland erwirtschaftete Gewinne auf die Insel verlagern.

ROUNDUP: Bundesrat gibt grünes Licht bei Flexi-Rente und Integrationskosten

BERLIN - Flexi-Rente, Leiharbeit oder Integrationskosten. Der Bundesrat gab am Freitag erwartungsgemäß grünes Licht für mehrere Gesetzesinitiativen des Bundes.

ROUNDUP: Erdogan droht EU mit Grenzöffnung für Flüchtlinge

ISTANBUL - Nach der Empfehlung des EU-Parlamentes, die Beitrittsgespräche mit der Türkei einzufrieren, droht der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan offen mit der Aufkündigung des Flüchtlingspaktes. "Passt auf, wenn Ihr noch weitergeht, dann werden diese Grenzübergänge geöffnet. Lasst Euch das gesagt sein", sagte Erdogan am Freitag in Istanbul an die Adresse der Europäischen Union. Die EU reagierte zunächst gelassen auf die Drohung.

Französische Rechte will Wirtschaft reformieren - Fillon Favorit

PARIS - Die französischen Konservativen wollen nach einem möglichen Machtwechsel 2017 die Wirtschaft drastisch reformieren. Das würde weniger Jobs im öffentlichen Dienst und längeres Arbeiten bedeuten. "Wir sind in der Lage (...) einer Fast-Pleite", warnte der Favorit der bürgerlichen Rechten für den Präsidentenposten, François Fillon (62), am späten Donnerstagabend bei einem TV-Duell mit seinem parteiinternen Gegner Alain Juppé (71).

ROUNDUP: Erdogan droht EU mit Grenzöffnung für Flüchtlinge

ISTANBUL - Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan droht Europa mit der Öffnung der Landesgrenzen für Flüchtlinge. Er reagiert damit auf die Empfehlung des EU-Parlaments, die Beitrittsgespräche mit der Türkei einzufrieren. "Passt auf, wenn Ihr noch weitergeht, dann werden diese Grenzübergänge geöffnet. Lasst Euch das gesagt sein", sagte Erdogan am Freitag bei einer Rede in Istanbul an die Adresse der Europäischen Union. Am Vortag hatte das Europaparlament empfohlen, die EU-Beitrittsgespräche mit der Türkei einzufrieren.

ROUNDUP: Inflation in Japan bleibt schwach

TOKIO - In Japan bleibt die Entwicklung der Verbraucherpreise trotz Negativzinsen und milliardenschwerer Wertpapierkäufe durch die Notenbank schwach. Im Oktober seien Konsumgüter ohne frische Lebensmittel erneut billiger geworden, teilte die Regierung am Freitag in Tokio mit. Dies ist ein Beleg für eine anhaltend schwache Inlandsnachfrage und meist schwache Lohnsteigerungen - sinkende Preise können zudem die Wirtschaft nachhaltig lähmen.

Frankreich: Verbrauchervertrauen stagniert wie erwartet

PARIS - Die Stimmung der französischen Verbraucher hat sich im November unverändert auf hohem Niveau gehalten. Der Indikator für das Verbrauchervertrauen habe bei 98 Punkten stagniert, teilte das Statistikamt Insee am Freitag mit. Bankvolkswirte hatten dies erwartet. Damit bleibt der Indexwert auf dem Niveau vom Mai, als das französische Verbrauchervertrauen den besten Wert seit 2007 erreicht hatte.

Kauder: Konjunktur lässt Rentenniveau weniger sinken als befürchtet

BERLIN - Die gute Konjunktur in Deutschland lässt das Rentenniveau nach den Worten von Unions-Fraktionschef Volker Kauder weniger sinken als befürchtet. Derzeit liege es bei gut 48 Prozent und bleibe voraussichtlich bis 2020 auf dieser Höhe, sagte der CDU-Politiker am Freitag in Berlin. Danach werde es auf etwa 44,5 Prozent sinken. Das Rentenniveau stellt dar, in welchem Verhältnis die Standardrente eines Jahres zum Durchschnittsverdienst der Beitragszahler desselben Jahres steht.

ROUNDUP/Wirtschaft 4.0: Forscher für Informatikunterricht an allen Schulen

NÜRNBERG - Arbeitsmarktforscher haben mit Blick auf den bevorstehenden Einzug von Computern und Internet in Fabrikhallen einen flächendeckenden Informatikunterricht an deutschen Schulen gefordert. Deutschland habe hier im Vergleich zu anderen Industrieländern in der EU noch einen erheblichen Nachholbedarf, sagte der Forschungsleiter beim Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Enzo Weber, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Das IAB ist das Forschungszentrum der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Großbritannien: Wirtschaft nach Brexit-Votum wie erwartet gewachsen

LONDON - Die britische Wirtschaft hat nach dem Brexit-Votum wie erwartet zugelegt. Die Wirtschaftsleistung (BIP) sei im dritten Quartal um 0,5 Prozent gewachsen, teilte das Statistikamt ONS am Freitag nach einer zweiten Schätzung mit. Damit wurde eine erste Schätzung bestätigt. Experten hatten dies erwartet. Im zweiten Quartal hatte das Wachstum noch bei 0,7 Prozent gelegen.

VERMISCHTES: Kinderarbeit für Ü-Eier? Ferrero trennt sich von Zulieferer

FRANKFURT/BUKAREST - Nach einem Bericht über angebliche Kinderarbeit bei der Produktion von Überraschungseiern in Rumänien hat sich der Süßwarenhersteller Ferrero von einem rumänischen Zulieferer getrennt. Dies teilte Ferrero Deutschland am Freitag in Frankfurt mit. Zwar habe man zunächst keine Hinweise auf Kinderarbeit bei der Produktion der Ü-Eier gefunden, wohl aber "Abweichungen von Ferrero-Richtlinien und -Verträgen". Die von Ferrero eingeleiteten Untersuchungen seien noch nicht beendet.

Kundenhinweis: ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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