dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR von 17.00 Uhr - 21.09.2016

Mittwoch, 21.09.2016 17:09 von

ROUNDUP 2: Japanische Notenbank weitet Spielraum aus - Reaktion auf Risiken

TOKIO - Die japanische Notenbank (BoJ) hält sich angesichts der schleppenden Wirtschaftsentwicklung die Option auf eine zusätzliche Ausweitung der Geldflut offen. Mit neuen Regeln haben sich die Währungshüter erst einmal mehr Spielraum für die weitere Ankurbelung der Wirtschaft verschafft. Zunächst werde an dem jährlichen Volumen der Wertpapierkäufe von 80 Billionen Yen (700 Milliarden Euro) und am Negativzins von minus 0,1 Prozent festgehalten, teilte die japanische Notenbank am Mittwoch in Tokio mit. Beide Stellschrauben könnten demnach künftig weiter gelockert werden.

Japans Exporte fallen elften Monat in Folge

TOKIO - Japans Außenhandel bleibt wegen der geringen Nachfrage wichtiger Handelspartner und dem jüngst wieder erstarkten Yen weiter äußerst schwach. Im August seien die Exporte um 9,6 Prozent gefallen, teilte das Finanzministerium am Mittwoch in Tokio mit. Experten hatten mit einem Rückgang von 4,7 Prozent gerechnet. Vor allem der Verkauf von Autos und Stahlprodukten ins Ausland lief schlecht. Es war zudem der elfte Rückgang in Folge, aber zumindest hat sich das Tempo etwas verlangsamt. Im Juli waren die Exporte noch um 14 Prozent gefallen.

OECD senkt Wachstumsprognosen - Länder sollen mehr Schulden machen

PARIS - Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat ihre Wachstumsprognosen für die Welt verringert. Wie die OECD am Mittwoch mitteilte, dürfte die Weltwirtschaft in diesem Jahr um 2,9 Prozent und im kommenden Jahr um 3,2 Prozent wachsen. Das sind je 0,1 Prozentpunkte weniger als noch im Juni angenommen. Besonders deutlich wurden die Erwartungen für das laufende Jahr in den USA und im kommenden Jahr für Großbritannien gesenkt. Für Deutschland wurde hingegen die Wachstumsprognose für 2016 angehoben.

Vermögenstudie: Die 'fetten' Jahre scheinen vorbei zu sein

FRANKFURT - Die Menschen rund um den Globus haben immer größere Geldvermögen - das Wachstum hat sich im vergangenen Jahr einer Studie zufolge allerdings deutlich verlangsamt. Danach stieg das Brutto-Geldvermögen der privaten Haushalte um 4,9 Prozent auf den Rekordwert von 155 Billionen Euro. In den drei Jahren zuvor lag der Zuwachs im Schnitt jährlich noch bei 9 Prozent, wie aus dem am Mittwoch vorgestellten "Global Wealth Report" der Allianz (Allianz Aktie) hervorgeht. Die "fetten Jahre" scheinen erst einmal vorbei zu sein, sagte Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise.

Industrieverband halbiert Jahresprognose

STUTTGART - Die Aussichten für die Industrie im Südwesten haben sich verdüstert. Der Landesindustrieverband habe seine Wachstumsprognose für 2016 nach einem enttäuschenden ersten Halbjahr auf 0,8 Prozent halbiert, sagte der Präsident des Landesverbands von Baden-Württembergs Industrie (LVI), Hans-Eberhard Koch, am Mittwoch in Stuttgart. Gründe seien vor allem die schwächere Nachfrage aus dem Ausland und die hohen Vergleichswerte aus dem Vorjahr. So hätten sich auch positive Währungseffekte abgeschwächt. "Das ist die Kehrseite der stark exportorientierten Wirtschaft in Baden-Württemberg", sagte Koch.

ROUNDUP 2: Gabriel setzt bei Treffen mit Putin auf Annäherung

MOSKAU - Angesichts von Spannungen mit Russland und Sanktionen dringt Vizekanzler Sigmar Gabriel bei seinen Gesprächen mit Kremlchef Wladimir Putin in Moskau auf Annäherung. "Isolation und Konfrontation bieten keine Perspektiven und sind keine sinnvolle Politik", sagte der SPD-Vorsitzende vor seinem Abflug nach Russland am Mittwoch. "Wir haben ein dringendes Interesse an der politischen und wirtschaftlichen Stabilisierung sowohl in Osteuropa als auch in Syrien und im Nahen Osten", betonte er.

Kundenhinweis: ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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