dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR von 17.00 Uhr - 15.09.2016

Donnerstag, 15.09.2016 17:18 von

ROUNDUP: US-Konjunkturdaten enttäuschen - Zinserhöhung bleibt unwahrscheinlich

WASHINGTON - Die am Donnerstag in den USA veröffentlichten Konjunkturdaten haben überwiegend enttäuscht. Sowohl die Industrieproduktion als auch die Einzelhandelsumsätze blieben hinter den Erwartungen zurück. Eine Leitzinsanhebung am kommenden Mittwoch durch die US-Notenbank gilt weiterhin als sehr unwahrscheinlich. An den Finanzmärkten hatten die Daten kaum Einfluss.

USA: Industrieproduktion fällt im August stärker als erwartet

WASHINGTON - Die Industrieproduktion in den USA ist im August stärker gesunken als erwartet. Die Gesamtproduktion fiel zum Vormonat um 0,4 Prozent, wie die US-Notenbank am Donnerstag in Washington mitteilte. Bankvolkswirte hatten im Mittel nur einen Rückgang um 0,2 Prozent erwartet. Im Vormonat war die Produktion noch um 0,6 Prozent gestiegen.

USA: Empire-State-Index signalisiert weiter Schrumpfung

NEW YORK - Die Stimmung in der Industrie im US-Bundesstaat New York deutet weiter auf eine schrumpfende Produktion hin. Der Empire-State-Index stieg zwar von minus 4,21 Punkten im Vormonat auf minus 1,99 Zähler, wie die regionale Notenbank von New York am Donnerstag mitteilte. Der Indikator liegt aber weiter unter der Wachstumsschwelle. Analysten hatten eine Verbesserung auf minus 1,00 Punkte erwartet.

USA: Leistungsbilanzdefizit etwas niedriger als erwartet

WASHINGTON - Das Defizit in der US-Leistungsbilanz ist im zweiten Quartal niedriger ausgefallen als erwartet. Der Fehlbetrag habe 119,9 Milliarden Dollar (Dollarkurs) betragen, teilte das US-Handelsministerium am Donnerstag in Washington mit. Bankvolkswirte hatten im Mittel ein Minus von 121,0 Milliarden Dollar erwartet.

USA: Weniger Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe als erwartet

WASHINGTON - In den USA ist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe überraschend gering ausgefallen. In der vergangenen Woche seien sie um 1000 auf 260 000 gestiegen, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Bankvolkswirte hatten mit 265 000 Anträgen gerechnet. Der aussagekräftigere Vierwochenschnitt fiel um 500 auf 260 750 Anträge.

USA: Philly-Fed-Index deutlich gestiegen

PHILADELPHIA - In den USA hat sich das Geschäftsklima in der Region Philadelphia im September deutlich aufgehellt. Der Index der regionalen Notenbank (Philly-Fed-Index) sei von 2,0 Punkten im Vormonat auf 12,8 Punkte gestiegen, teilte die Zentralbank am Donnerstag mit. Volkswirte hatten hingegen mit einem Rückgang auf 1,0 Punkte gerechnet.

USA: Einzelhandelsumsatz sinkt stärker als erwartet

WASHINGTON - In den USA hat ein wichtiger Indikator für den privaten Verbrauch im August enttäuscht. Wie das Handelsministerium am Donnerstag mitteilte, gingen die Umsätze des Einzelhandels im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Prozent zurück. Analysten hatten einen Rückgang um lediglich 0,1 Prozent erwartet. Allerdings wurde das Vormonatsergebnis von einer Stagnation auf einen leichten Anstieg um 0,1 Prozent korrigiert.

ROUNDUP: Merkel für schnellere Integration von Flüchtlingen in Arbeitsmarkt

BERLIN - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will Flüchtlinge schneller als bisher in den Arbeitsmarkt integrieren. Notwendig dafür sei aber auch, je nach Bedarf spezifische Regelungen zu entwickeln, sagte Merkel am Donnerstag im rbb-inforadio. "Viele sind noch in den Integrationskursen oder warten darauf", erklärte die CDU-Vorsitzende. "Insofern glaube ich, dass wir da einen etwas längeren Atem haben müssen, aber jederzeit auch bereit sein müssen, praktikable Lösungen zu entwickeln."

ROUNDUP: Bank of England lockert Geldpolitik vorerst nicht weiter

LONDON - Die britische Notenbank hat ihre Geldpolitik vorerst nicht weiter gelockert, allerdings ihre Bereitschaft zu einer zusätzlichen Zinssenkung signalisiert. Gut einen Monat nach einer großen Lockerungsrunde wurden am Donnerstag zunächst keine weiteren Schritte ergriffen, wie die Bank of England in London mitteilte. Bankvolkswirte hatten damit gerechnet. Sollte sich die Konjunktur aber erwartungsgemäß entwickeln, kann sich eine Mehrheit der Notenbanker eine weitere Lockerung vorstellen.

USA: Erzeugerpreise stagnieren

WASHINGTON - In den USA haben die Erzeugerpreise im August überraschend nicht zugelegt. Im Vergleich zum Vormonat seien sie unverändert geblieben, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Volkswirte hatten dagegen einen leichten Anstieg um 0,1 Prozent erwartet. Im Vormonat waren sie noch um 0,4 Prozent gefallen.

Tourismus in Griechenland boomt - Zehntausende neue Jobs

ATHEN - Der boomende Tourismus sorgt für Zehntausende neue Arbeitsplätze in Griechenland. Von den in diesem Jahr gut 250 000 neu geschaffenen Arbeitsplätzen in dem von der Finanzkrise schwer betroffenen Land seien mehr als 210 000 (82,8 Prozent) im Bereich Fremdenverkehr, berichtete am Donnerstag die konservative Athener Zeitung "Kathimerini" unter Berufung auf den Tourismusverband (Sete). 2015 waren rund 26 Millionen Touristen nach Griechenland gereist, im laufenden Jahr rechnet der Verband mit einem plus von sechs Prozent.

Eurozone: Überschuss in der Handelsbilanz geringer als erwartet

LUXEMBURG - In der Eurozone ist der Überschuss im Handel mit anderen Ländern im Juli geringer als erwartet ausgefallen. Wie das Statistikamt Eurostat am Donnerstag mitteilte, lag der saisonbereinigte Handelsüberschuss des Währungsraums bei 20,0 Milliarden Euro. Im Vormonat hatte er 23,8 Milliarden Euro betragen. Analysten waren für Juli von einem Überschuss von 22,0 Milliarden Euro ausgegangen. Der nicht saisonbereinigte Überschuss lag bei 25,3 Milliarden Euro.

Großbritannien: Leichter Dämpfer für Einzelhandel

LONDON - Im britischen Einzelhandel haben die Geschäfte im August einen leichten Dämpfer erhalten. Die Erlöse seien um 0,2 Prozent tiefer als im Vormonat ausgefallen, teilte das britische Statistikamt ONS am Donnerstag mit. Bankvolkswirte hatten im Mittel ein etwas stärkeres Minus von 0,4 Prozent erwartet. Der Rücksetzer folgt auf einen deutlichen Umsatzanstieg um revidiert 1,9 Prozent (zuvor 1,4 Prozent) im Vormonat.

EU verlängert Sanktionen gegen Russen und Ukraine-Separatisten

BRÜSSEL - Die Europäische Union hat ihre wegen der Ukraine-Krise verhängten Sanktionen gegen Vertraute des russischen Präsidenten Wladimir Putin und prorussische Separatisten um sechs Monate verlängert. Dies teilte der Europäische Rat am Donnerstag in Brüssel mit. Betroffen sind 146 Personen und 37 Organisationen. Die EU wirft ihnen "Handlungen gegen die territoriale Unversehrtheit, die Souveränität und die Unabhängigkeit der Ukraine" vor.

Kundenhinweis: ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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