dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR von 17.00 Uhr - 12.09.2016

Montag, 12.09.2016 17:14 von

Ministerium: Deutsche Wirtschaft im zweiten Halbjahr schwächer

BERLIN - Die deutsche Wirtschaft verliert nach Einschätzung der Bundesregierung seit Jahresmitte an Kraft. "Der Aufschwung der deutschen Wirtschaft bleibt solide, das Wachstumstempo wird im zweiten Halbjahr aber niedriger ausfallen als im ersten Halbjahr", heißt es im aktuellen Monatsbericht des Wirtschaftsministeriums. Nach der relativ starken Zunahme des Bruttoinlandsprodukts im ersten Halbjahr 2016 schlage die Konjunktur nunmehr im zweiten Halbjahr "eine etwas ruhigere Gangart ein".

ROUNDUP: Unternehmen integrieren Flüchtlingen eher kurzfristig in Arbeitsmarkt

BERLIN - Die langfristige Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt ist nach Angaben deutscher Unternehmen schwierig. Die Betriebe bieten Flüchtlingen derzeit nur selten einen regulären Job an, wie es in einer am Montag veröffentlichten Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung heißt. Viele Geflüchtete hätten nur eine geringe oder gar keine Qualifikation, betonte die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). So komme eine Ausbildung oder qualifizierte Beschäftigung oft nicht infrage.

US-Notenbanker: Wirtschaftsdaten rechtfertigen Debatte über Zinsanhebung

WASHINGTON - Jüngste Wirtschaftsdaten rechtfertigen laut einem ranghohen Mitglied der US-Notenbank eine "lebhafte" Debatte über eine zeitnahe Zinsanhebung. Obwohl einige Konjunkturzahlen zuletzt eher schwach ausgefallen seien, sprächen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für eine ernsthafte Diskussion, sagte Dennis Lockhart, Chef der regionalen Fed von Atlanta, am Montag in Washington. Die nächste Zinssitzung der Fed findet kommende Woche statt. Aktuell erwarten Analysten und Anleger nicht, dass die Fed dann ihre Ende 2015 begonnene Zinswende fortsetzt.

Entwicklungsminister Müller: EU muss Afrika mehr helfen

BRÜSSEL - Bundesentwicklungsminister Gerd Müller fordert mehr Hilfe der Europäischen Union in Afrika und im Nahen Osten, um die Ursachen der Flüchtlingskrise anzupacken. Ohne Perspektive in ihren Heimatländern erscheine vielen Menschen nur Europa als Lösung, sagte er am Montag vor einem Treffen mit seinen EU-Kollegen.

Studie: Schlechte Unternehmenskultur gefährdet die Gesundheit

BERLIN - Eine schlechte Unternehmenskultur gefährdet laut der AOK die Gesundheit der Beschäftigten. Mitarbeiter, die in ihrem Betrieb eine schlechte Stimmung erleben, sind deutlich unzufriedener mit ihrer eigenen Gesundheit und leiden häufiger unter körperlichen und psychischen Beschwerden, wie aus der Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hervorgeht, die am Montag in Berlin vorgestellt wurde. Als wichtig für eine gute Unternehmenskultur sehen die Beschäftigten demnach unter anderem die Unterstützung der Mitarbeiter durch die Chefs an.

Japan: Maschinenaufträge steigen zweiten Monat in Folge

TOKIO - Die zuletzt schwachen Investitionen japanischer Unternehmen könnten etwas in Schwung kommen. Im Juli stiegen die Aufträge für Maschinen den zweiten Monat in Folge. Nach Regierungsangaben vom Montag lagen sie 4,9 Prozent höher als im Vormonat und 5,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Das war jeweils deutlich mehr als Analysten erwartet hatten. Im Monatsvergleich waren Ökonomen nach einem starken Zuwachs im Juni von einem Rückgang ausgegangen.

ROUNDUP: Im Westen steigt die Kinderarmut - Mehr Familien leben von Hartz IV

GÜTERSLOH - Trotz wirtschaftlichen Aufschwungs leben in Deutschland mehr Kinder in Armut. Der Anteil der jungen Menschen, deren Familie von Sozialleistungen lebt, sei jedoch regional sehr unterschiedlich, teilte die Bertelsmann-Stiftung am Montag mit. Den Berechnungen zufolge kletterte die Quote der unter 18-Jährigen in Hartz-IV-Haushalten in den westlichen Ländern von 12,4 Prozent im Jahr 2011 auf 13,2 Prozent im Jahr 2015. Im Osten sank der Anteil armer Kinder im selben Zeitraum zwar um 2,4 Prozentpunkte, blieb aber mit 21,6 Prozent vergleichsweise hoch. Damit wuchsen vergangenes Jahr in Deutschland insgesamt mehr als 1,9 Millionen Kinder in Armut auf (14,7 Prozent) - 52 000 mehr als noch im Vorjahr.

Österreichs Kanzler Kern: Europa hat unter Sparpolitik gelitten

WIEN - Der österreichische Bundeskanzler Christian Kern sieht den Sparkurs der Europäischen Union in den vergangenen Jahren kritisch. "Viele Menschen in Europa haben nachhaltig unter dieser Politik gelitten, ebenso wie ihr Glaube an das Wohlstandsversprechen der europäischen Einigung", schreibt der sozialdemokratische Politiker in einem Gastbeitrag in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montag). Der Sparkurs sei die eigentliche Ursache für die zunehmende antieuropäische Stimmung.

Kundenhinweis: ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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